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Dem Bahnhof droht der Abriss

Wankendorf Dem Bahnhof droht der Abriss

Der alte Wankendorfer Bahnhof entwickelt sich zum „Groschengrab“. Die Gemeinde müsste in der nächsten Zeit mindestens 150 000 Euro für Sanierungsarbeiten ausgeben. „Zu viel“ sagen die Kommunalpolitiker und wollen einen Schlussstrich ziehen: Findet sich kein Käufer, soll das Gebäude abgerissen werden.

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Im und am alten Bahnhof in Wankendorf gehen wohl bald die Lichter aus: Angesichts kostspieliger Sanierungsmaßnahmen beschlossen die Gemeindevertreter, das Gebäude zum Verkauf auszuschreiben.

Quelle: Peter Thoms

Wankendorf. Wankendorf. Verkauf oder Abriss: Die Geschichte des Wankendorfer Bahnhofes neigt sich offenbar dem Ende zu. Notgedrungen wird noch einmal in die defekte Heizung investiert, aber angesichts weiterer Reparaturen werden nur noch 700 Euro für ein einfaches Wertgutachten ausgegeben, um einen Verkaufspreis festzulegen. Sollte sich kein Käufer finden, wird das Gebäude abgerissen, beschloss die Wankendorfer Gemeindevertretung am Montag. Einstimmig!

 Zuvor hatte Bürgermeisterin Silke Roßmann (CDU) mit wenigen Zahlen das Dilemma deutlich gemacht: Die Trockenlegung der nassen Kellerräume (60 000 Euro) sowie die Reparaturen der Fassade (50 000 Euro) und des Dachs (25 000 Euro) lohnten sich ihrer Ansicht nach nicht, zumal in diesen Kosten die gesetzlich vorgeschriebene energetische Sanierung noch nicht einmal enthalten sei.

 Egal ob Verkauf oder Abriss: Für dort beheimatete Volkshochschule, die auch für das Heimatmuseum verantwortlich zeichnet, muss dann eine andere Lösung gefunden werden. Auch der Mieter der gemeindeeigenen Wohnung im Bahnhof steht vor einer ungewissen Zukunft. Nicht mehr betroffen sind Jugendverein Waniko und die Landjugend – Waniko ist aufgelöst, die Landjugend pausiert auf unbestimmte Zeit.

 Die Wankendorfer haben das Geld, was sie nicht mehr in den Bahnhof stecken wollen, schon weitgehend verplant: Vorrang hat dabei die Einrichtung eines Familienzentrums im Bürgertreff (Kirchtor 18). Eine Machbarkeitsstudie habe den Bedarf bereits bescheinigt, warb Silke Roßmann für eine solche Einrichtung, die vor allem jungen Familien ein vielfältiges Beratungsangebot verspreche.

 Während Sabine Friedel (SPD) ein Familienzentrum als „Bereicherung für unser Dorf“ bezeichnete, ist Klaus Gerstandt (CDU) eher skeptisch: Die laufenden Kosten von zurzeit errechneten 70 000 Euro pro Jahr „kann ich nicht mit meinem Gewissen vereinbaren“.

 Gerstandt blieb der einzige Kritiker der Einrichtung, deren Kosten sich in überschaubarem Rahmen halten: Dank einer 75-prozentigen Förderquote müssen die Wankendorfer nur rund 116 000 Euro aufbringen und würden als Nebeneffekt den Bürgertreff energetisch auf dem neuesten Stand haben. Und auch die laufenden Kosten unter anderem für eine hauptamtliche Mitarbeiterin bereiten den Gemeindevertretern (außer Gerstandt) kein Kopfzerbrechen, denn der Kreis trage einen Teil des Gehalts.

 Auch zwei weitere Entscheidungen der Gemeindevertretung ziehen Ausgaben nach sich: Für die Feuerwehr wird für rund 120 000 Euro ein nagelneues Einsatzleitfahrzeug angeschafft (für ein gebrauchtes Fahrzeug gäbe es keine Zuschüsse), und außerdem müssen alle Fahrzeuge auf digitale Funktechnik umgerüstet werden.

 Daneben geben die Wankendorfer viel Geld für die Neugestaltung des Spielplatzes am ZOB aus: Die Reparatur des Klettergerüsts, Netzschaukel, Seilbahn, zweites Tor für den Bolzplatz, Schaukeltiere und ein weiteres Klettergerüst schlagen mit rund 25 000 Euro zu Buche. Die Ideen, die Ausschussvorsitzende Andrea Loose (CDU) gemeinsam mit den Kollegen des Kinder-, Jugend-, Schul- und Sozialausschusses entwickelt hatten, fanden ungeteilte Zustimmung.

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Ein Artikel von
Peter Thoms
Redaktion Ostholsteiner Zeitung/stellv. Ressortleiter

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