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Ist der Bahnhof bald Geschichte?

Wankendorf Ist der Bahnhof bald Geschichte?

700 Jahre Wankendorf, 150 Jahre Bahnhof, 20 Jahre Heimatmuseum: gleich drei Jubiläen feierte die Volkshochschule Wankendorf im Rahmen eines Tages der offenen Tür im ehemaligen Bahnhofsgebäude. Problem: Gemeinde plant die Immobilie wegen hoher Sanierungskosten zu verkaufen.

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Die ehemaligen Fahrdienstleiter Hans Dunse und Horst Köhling kehrten anlässlich des dreifachen Jubiläums zum Wankendorfer Bahnhof zurück.

Quelle: Dirk Schneider

Wankendorf. Etwa 70 Besucher informierten sich vor Ort über die bewegte jüngere Geschichte des Areals, das neben der Bahn auch von der Dea, die in der Region Öl förderte, und einer ländlichen Genossenschaft als Gewerbegebiet genutzt wurde.

Traute Leschke blickte in einem sehr persönlichen Vortrag auf die 1960er-Jahre zurück, in denen sie mit ihrer damals gegründeten Familie in dem Genossenschaftshaus mit Spar- und Darlehnskasse wohnte und arbeitete. „In unmittelbarer Nachbarschaft gab es ein größeres Landhandelsunternehmen mit entsprechenden Lagerhäusern, einen kleinen Kolonialwarenladen, natürlich den Bahnhof und sogar ein Bahnhofshotel“, erinnerte sich Leschke. Und durch eine Strukturreform sei die Genossenschaft enorm gewachsen. Der Gutsbesitzer von Bockhorn hatte seine Ländereien an die schleswig-holsteinische Landgesellschaft abgetreten, die auf so genannten 20-Hektar-Höfen vertriebene Bauern aus Pommern und Ostpreußen ansiedelte. „Über den Bahnhof wurden jetzt viele Dinge wie Saatgut, Dünger, Futtermittel, Kohlen und Briketts angeliefert und Getreide, Rüben oder Kartoffeln abtransportiert“, so Leschke.

Hans Dunse wurde 1948 als Flüchtlingskind im ersten Geschoss des Bahnhofs geboren und begann 1964 als Jungwerker seine Berufsausbildung in Wankendorf. „Zunächst war ich etwas erstaunt über die vielen Mitarbeiter auf diesem kleinen Bahnhof“, so Dunse. Doch das sollte sich im Laufe der Zeit ändern. Als er nach diversen Weiterbildungen in Kiel 1974 als Fahrdienstleiter nach Wankendorf zurückkehrte, hätten nur noch jeweils zwei Mitarbeiter in zwei Schichten den Betrieb gewährleistet. „Wir waren Mädchen für alles, mussten Signale und Weichen stellen, die Bahnschranken betätigen und Fahrkarten verkaufen.“ 1985 wurde dann der Reiseverkehr eingestellt. 1995 rollte der letzte Güterzug und die Strecke wurde stillgelegt.

Zu diesem Zeitpunkt hatte die Gemeinde das Bahnhofsgebäude bereits gekauft und mit dessen Sanierung begonnen. Am 27. Juni 1996 eröffnete die Volkshochschule das Heimatmuseum, so VHS-Leiterin Ingrid Sönnichsen. Das VHS-Engagement könnte das letzte Kapitel in der Geschichte des historischen Bahnhofs sein. Aufgrund hoher Sanierungskosten möchte die Gemeindevertretung die Immobilie verkaufen oder abreißen – eine Entscheidung, die bei vielen Besuchern Kopfschütteln auslöste.

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