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Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Plön Wassersportverein Ölmühle Aus dem Dornröschenschlaf geweckt

Der 1960 gegründete Wassersportverein Plön Fegetasche feiert in diesem Jahr neben dem „Schnapszahlengeburtstag“ 55 auch ein echtes Jubiläum. Vor 50 Jahren pachtete der damals fünf Jahre junge Paddlerverein das Gelände des ehemaligen Hofs Ölmühle von der Stadt Plön.

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Herbert Frahm, Wolfgang Sinnhuber und Jochen Hennschen zählen zu den Urgesteinen des Vereins und haben sich aktiv in den Umbau der ehemaligen Ölmühle zum Vereinsheim eingebracht.

Quelle: dsn

Plön . Plön. Der Wassersportverein (WPF) restaurierte das unter Denkmalschutz stehende Gebäude. Heute verfügt der WPF damit über eine idyllische Sportanlage und ein imposantes Vereinsheim direkt am Höftsee.

 „Das ist das Ergebnis von etwas Glück und sehr viel Arbeit“, erinnert sich Herbert Frahm, der den Verein als Vorsitzender von 1962 bis 1999 leitete. Zusammen mit langjährigen Weggefährten wie Wolfgang Sinnhuber und Jochen Hennschen trifft sich Frahm noch regelmäßig einmal pro Woche zu gemeinsamen Ausfahrten und anschließendem Kaffeeklatsch im repräsentativen Trophäensaal im Obergeschoss der ehemaligen Ölmühle. Doch die gemütliche Atmosphäre kostete Fleiß und Schweiß.

 In den ersten Jahren kämpften die Vereinsgründer mit vielen Problemen. „Wir waren ursprünglich eine kleine Gruppe von Leuten, die eigentlich nur paddeln und segeln wollten“, blickt Frahm zurück. Zu Beginn, 1953, fanden die Wassersportler bei dem Bootsbauer und -verleiher Hermann Dreher an der Einmündung der Schwentine in den Großen Plöner See einen Unterschlupf, um die wenigen Kajaks und Faltboote zu lagern und ins Wasser zu bringen. Zudem hätten die Segler dort einen kleinen Steg für ihre Jollen nutzen können. Das Ganze entwickelte eine Eigendynamik, der Raum wurde knapp und als das Gelände für die Erweiterung der Plöner Motorschifffahrt benötigt wurde, mussten sich die WPF-ler eine neue Ausgangsbasis suchen.

 „1965 bekamen wir den Tipp, dass die Stadt Plön den Ölmühlenkomplex gekauft hatte und verpachten wollte.“ Ein erster Ortstermin war wenig vielversprechend. „Die Fassade wies tiefe Risse auf, das Dach war undicht, Fenster und Türen marode, eine uralte Zwölf-Volt-Elektroinstallation mit entsprechenden Leitungen und auch die Wasser- und Abwasserrohre waren in einem fürchterlichen Zustand. Der Außenbereich war mit dichtem Buschwerk mehr als zugewuchert und teilweise sumpfig“, beschreibt Frahm „ein Elend.“ Andererseits sei die Lage des Geländes für Wasserwanderer und Rennkanuten mit dem direkten Anschluss über die Schwentine an mehrere Seen gleichermaßen ideal.

 „Das ganze Anwesen lag von 1923 bis 1965 im tiefen Dornröschenschlaf und musste von Grund auf saniert werden“, so Frahm. „Glücklicherweise hatten wir einige Handwerker und viele handwerklich begabte Mitglieder in unseren Reihen, so dass wir Haus und Hof mit Bordmitteln in Eigenleistung restaurieren konnten.“

 Allein in den ersten beiden Jahren leisteten die Helfer über 2400 freiwillige Arbeitsstunden und investierten rund 3000 DM in das Vereinsheim. Hinzu kam die Urbarmachung des Außengeländes einschließlich des Baus eines ersten Bootshauses – heute sind es zwei – und der Steganlagen.

 Eine besondere Herausforderung: Alle Bau- und Renovierungsmaßnahmen mussten mit der Stadt Plön und der Denkmalpflege abgestimmt werden. Besonders gut sichtbar und gelungen ist dies im sogenannten Trophäensaal, den Baron Wulf von Plessen, ein begeisterter Großwildjäger, 1910 einbauen ließ . Die noch erhaltene Innenausstattung aus dieser Zeit von der Eichenholz-Vertäfelung über die Eichentreppen und die Galerie bis zur mit pseudomittelalterlichen Jagdmotiven ausgemalten Decke wurde schwerpunktmäßig von Frahm selbst wiederhergestellt beziehungsweise gesichert, hob Sinnhuber hervor. Auch die Radialturbine, die einst das gesamte Anwesen mit Strom versorgte, befindet sich noch in einer Kammer unter dem Gebäude, durch die weiterhin Wasser aus dem Höftsee in den Mühlenstrom fließt. Schaufelrad und Generator sind allerdings entkoppelt. Und mit moderner Technik könnte diese Form der Stromgewinnung vielleicht sogar irgendwann regeneriert werden. Aber das wäre eine Projekt für die nächsten 50 Jahre.

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