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Wechsel an der Spitze

VHS Preetz Wechsel an der Spitze

Mehr als 20 Jahre ist Marlis Sennewald in der Volkshochschularbeit tätig. „Es ist schon spannend zu sehen, was sich in dieser Zeit verändert hat“, sagt sie. Ende September gibt die 63-Jährige ihr Amt als VHS-Geschäftsführerin in Preetz an Inga Feldmann ab, die sie bereits einarbeitet.

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Inga Feldmann (rechts) löst Marlis Sennewald als Geschäftsführerin der Volkshochschule Preetz ab.

Quelle: Silke Rönnau

Preetz. Vor zwölf Jahren war Marlis Sennewald nach Preetz gekommen. Jetzt geht sie in den Ruhestand. Wobei sie sich nicht ganz verabschiedet: Sie will auch in Zukunft das Preetzer Papiertheatertreffen, das Bühnen und Besucher aus aller Welt anlockt, organisieren, erzählt sie. Für eine Übergangszeit von zwei Monaten arbeitet sie mit ihrer Nachfolgerin zusammen.

 Inga Feldmann aus Kiel-Oppendorf, ursprünglich aus Stakendorf, hat Sozialpädagogik sowie Spiel- und Theaterpädagogik studiert und in verschiedenen Bereichen gearbeitet. In den vergangenen 16 Jahren hatte sie den Freiwilligendienst im DRK-Landesverband geleitet und sich dabei überwiegend um Jugendbildung gekümmert. Sie wollte gerne etwas Neues machen und den Schwerpunkt dabei auf die politische und kulturelle Bildung legen. Die VHS biete ein breites Spektrum an Bildungsmöglichkeiten gerade für den Erwachsenenbereich, wobei sie aber auch ihre Erfahrungen aus der Jugendarbeit mit einbringen könne, meint die 46-Jährige. Es sei aber nicht ihr Gedanke, jetzt alles zu revolutionieren. „Ich habe ein gutes Fundament, auf dem ich aufbauen kann“, bedankt sie sich bei ihrer Vorgängerin.

Achtsamkeit ist der neue Trend

 VHS-Programme unterliegen einem starken Wandel, sagt Marlis Sennewald. „Man kann die gesellschaftliche Entwicklung daran ablesen.“ So sei nach dem Zweiten Weltkrieg vor allem politische Bildung wichtig gewesen. „In den 90er-Jahren war EDV der Renner, heute machen wir fast Einzelbetreuung, weil jeder unterschiedliche Voraussetzungen und unterschiedlichen Bedarf hat.“ Auch Sprachkurse seien nicht mehr so gefragt wie früher. Einige lernen online, andere verlassen sich darauf, dass man an vielen Orten mit Englisch weiterkommt. Andererseits sei der neue Arabisch-Kursus im vergangenen Jahr sehr gut angenommen worden. Mittlerweile gehe der Trend zu Angeboten für Achtsamkeit. „Für sich selbst sorgen, gut mit sich selbst umgehen – das ist verstärkt ein Thema“, hat auch Inga Feldmann festgestellt. Vor allem Frauen litten oft an der Doppelbelastung mit Familie und Beruf.

 Feldmann will aber auch ein Forum für Offenheit gegenüber den Menschen bieten, die nach Deutschland flüchten. In Kursen könnte man über die Herkunftsländer informieren, sich aber auch mit Themen wie dem Islam oder Rechtsextremismus beschäftigen. Sie selbst reise viel, habe schon halb Afrika durchquert und im vergangenen Jahr Albanien besucht. „Die gefährlichste Weltanschauung ist die Weltanschauung derer, die die Welt nie angeschaut haben“, gibt sie ein Zitat von Alexander von Humboldt wieder. Marlis Sennewald erzählt, dass eine Frau aus Simbabwe im vergangenen Jahr Kurse für Tanzen und Kochen geleitet habe. „Gerade mit diesen Angeboten transportieren wir viele Informationen über die Menschen und die Lebensart“, meint sie.

 Um die VHS attraktiv zu halten, müsse man aber auch attraktive Räumlichkeiten haben, kritisiert Sennewald die „etwas stiefmütterliche“ Behandlung durch die Stadt, von der sie sich mehr Unterstützung wünscht. Im VHS-Gebäude selbst habe man nur ein Büro und zwei kleine Räume, sodass man immer auf andere Unterkünfte ausweichen müsse. Die Kooperationen mit Schulen und anderen Einrichtungen bezeichnet sie als gut, „aber die Bedingungen könnten besser sein“.

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