23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Wer bekommt das Soldatenheim?

Lütjenburg Wer bekommt das Soldatenheim?

Steht das Lütjenburger Soldatenheim vor einer neuen Zukunft? Der Hohwachter Hotelier Birger Rosenbrook (Hotel Schlampmühle) hat jüngst bei der Versteigerung des Objektes den Zuschlag erhalten. Eigentümer ist er allerdings noch nicht. Die Stadt Lütjenburg prüft, ob sie ihr Vorkaufsrecht ausüben will.

Voriger Artikel
Für die Kommunen wird’s schwierig
Nächster Artikel
Ferienpark wächst rasant

Das Soldatenheim in Lütjenburg steht seit mehr als drei Jahren leer.

Quelle: Hans-Jürgen Schekahn

Lütjenburg. Im Juli 2012 schlossen sich endgültig die Türen zu dem beliebten Treff an der Kieler Straße, in dem nicht allein Soldaten zu Hause waren. In „Uns Huus“ kamen viele Lütjenburger Vereine zusammen, spielten auf der Kegelbahn, aßen im Restaurant oder nutzten den Saal, der 250 Besucher fasste. Mit dem Aus für die Bundeswehr in Lütjenburg mussten aber auch die damaligen Betreiber ihre Segeln streichen. Zunächst keimte noch etwas Hoffnung. Die Stadt und der Bund hätten einem neuen Pächter über zwei Jahre hinweg hohe Zuschüsse gezahlt, wenn der Betrieb weiter gegangen wäre. Doch selbst ernsthaft interessierte Gastronomen winkten nach einer Besichtigung der Räumlichkeiten aus dem Jahr 1972 ab. Sie sahen keine Chance, das sanierungsbedürftige Haus wirtschaftlich zu betreiben.

 Im Dezember ließen die Eigentümer, der Bund und die evangelische Arbeitsgemeinschaft für Soldatenbetreuung, das Objekt versteigern. Mindestgebot 54000 Euro. Der Hammer fiel schließlich bei 189000 Euro. Rosenbrook sei derzeit dabei, ein Konzept für die Immobilie aufzustellen, erklärte er auf Anfrage.

 Auch die Stadt Lütjenburg hatte mitgeboten, stieg aber bei der Summe aus. Die Stadt plante, auf das Gelände ein neues Veranstaltungsgebäude zu setzen, um vor allem wieder einen großen Saal zur Verfügung zu haben. Der Bauausschuss diskutierte in der vergangenen Woche das Thema zunächst hinter verschlossenen Türen. Das Gremium vergab einen Prüfauftrag an einen Fachanwalt mit der Frage, ob die Stadt ihr Vorkaufsrecht ausüben könne. Bei jedem Grundstücksgeschäft auf ihrem Gebiet ist es den Kommunen unter bestimmten Bedingungen erlaubt, von diesem Recht Gebrauch zu machen. Nach Angaben von Bürgermeister Dirk Sohn ist die wichtigste Bedingung dafür, dass die Immobilie dann dem „Gemeinwohl“ zur Verfügung stehen müsse. Sonst greift das Vorkaufsrecht nicht.

 Die städtischen Gremien müssen schnell handeln, wenn sie sich das Soldatenheim noch sichern wollen. Die Stadt hat nur noch knapp zwei Wochen Zeit, sich zu erklären. In dieser Zeit müssen Bauausschuss und Stadtvertretung zusammenkommen, um einen entsprechenden Beschluss zu fassen. Wenn man es denn will. Das verschärft noch den Zeitdruck: Es gibt mittlerweile mindestens zwei alternative Standorte in Lütjenburg für ein neues Versammlungsgebäude. Die Stadtvertreter müssen in diesen Tagen intensiv und lange diskutieren, welche Lösung die beste wäre.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Events: Kreis Plön

Veranstaltungen im
Kreis Plön - Aktuelle
Termine, News, Infos

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3