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Pediküre bei Schafdame Susi

Wildpark Schwentinental Pediküre bei Schafdame Susi

„Es sieht fies aus, aber für das Schaf ist es das Beste“, sagt Tierpflegerin Andrea Griebel. Eine kleine Traube an Besuchern hat sich bereits am Zaun des Geheges im Wildpark Schwentinental versammelt: Dort haben Griebel und Kollegin Gesche Wunsch gerade die Bentheimer Schafdame Susi in ein chromblitzendes Gestell gelockt, das sich offiziell Fang- und Behandlungsanlage für Schafe nennt.

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Schritt eins: Das Schaf geht in den „Klauenstand“. Tierpflegerin Andrea Griebel muss dazu keine große Überzeugungsarbeit leisten. Rudi Hahn (links), Klaus Schade und Angelika Lange-Hitzbleck betrachten den Vorgang gespannt.

Quelle: Andrea Seliger

Schwentinental. Das wollige Tier wirkt etwas überrascht, als es plötzlich auf die Seite gekippt wird und alle vier Beine in die Luft ragen. Doch es bleibt ganz entspannt, als Gesche Wunsch eine Klaue nach der anderen inspiziert und das überschüssige Horn einkürzt. „So was könnten wir auch für unseren Kleinen brauchen – der hält nie still beim Fußnägelschneiden“, witzelt einer der Zaungäste.

 Alle drei Monate ist bei den Wildparkschafen Klauenpflege angesagt. Denn anders als ihre herumziehenden Artgenossen müssen sich die Park-Schafe nicht allzu viel bewegen, um an ihr Futter zu kommen, das Horn nutze sich natürlicherweise also nicht so viel ab, erklärt Gesche Wunsch. Gleichzeitig wird auch jedes Mal der Klauenzwischenraum kontrolliert: „Dort kann sich bei feuchtem Wetter ein Pilz bilden“. Der wird dann gleich behandelt – „dann muss das Tier etwas mehr Geduld haben“, sagt Wunsch. Bei Susi ist zum Glück alles in Ordnung. Sie steht nach wenigen Minuten wieder auf den eigenen Beinen und geht gleich zum Zaun, Besucher anbetteln. Sind ja genug da.

 2000 Euro kostet so eine Klauenpflegeanlage. Der Wildpark bekam sie gerade als Spenden vom Verein Freunde des Schwentineparks. Bisher behalfen sich Wunsch und ihre Kollegen mit einer selbstkonstruierten Anlage. „Dafür brauchte man aber sehr viel Kraft“, sagt die Tierpflegerin – und für die Schafe sei es auch nicht schön gewesen. Das neue Gerät gehe viel schonender mit ihnen um. Rund 60 Schafe gibt es im Wildpark, neben den Bentheimern auch Waliser, Heidschnucken und Vierhornschafe. „Das war eine unserer sinnvollsten Anschaffungen“, zeigte sich Klaus Schade, Vorsitzender der Freunde des Schwentineparks, vom Einsatz der Anlage beeindruckt. Nicht damit behandelt werden die kleinen Ouessantschafe und die Wildschafe, die ohnehin sehr gute Klauen haben.

 Der Verein finanziert außerdem das Material für die neue Nymphensittichvoliere, voraussichtlich 5600 Euro. „Der Schwentinepark lebt vom ehrenamtlichen Engagement“, so Bürgermeister Michael Stremlau. Trotzdem kostet der für die Besucher kostenlose Park die Stadt im Jahr rund 270000 Euro. Eine der wenigen Einnahmequellen ist der Verkauf der Futterpackungen an den Automaten. Diese sollten schon der Tiere wegen genutzt werden: „Immer wieder gibt es Koliken, weil jemand etwas Falsches gefüttert hat“, berichten die Pflegerinnen. Nudeln zum Beispiel gehörten nicht auf den Wildpark-Speiseplan.

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