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Widerstände bleiben hoch

Windkraft in der Probstei Widerstände bleiben hoch

Weitgehend einig waren sich Publikum und Podium am Donnerstagabend in Schönberg in der Ablehnung oder zumindest Skepsis gegenüber weiteren Windkraftanlagen. Einzig der grüne Landtagsabgeordnete Andreas Tietze plädierte für den Beitrag zur Energiewende: „Ohne Zubau geht es nicht.“

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Die gelben Poloshirts der Bürgerinitiative (wie hier von Lara C. Roßmeißl und Boris Almert) dominierten das Bild bei der Podiumsdiskussion im Hotel am Rathaus.

Quelle: Thomas Christiansen

Schönberg. Das sah Jörn Baumgardt aus Stoltenberg, Sprecher der Bürgerinitiative „FrischerGegenWind für die Probstei und Umgebung“, ganz anders: „Wir haben in der Probstei schon relativ viel für die Energiewende getan. Wir meinen, dass das erst mal ausreicht. Für die Probstei wird das sonst zu viel – das, was jetzt da ist, sollte reichen.“

 Wie berichtet, wehrt sich die Bürgerinitiative vor allem gegen mögliche neue Windkraftanlagen in der Siedlung Neu-Sophienhof in der Gemeinde Fargau-Pratjau im Amt Selent-Schlesen. Der Bürgermeister der Nachbargemeinde Stoltenberg, der Vorsitzende der SPD-Kreistagsfraktion Lutz Schlünsen, stellte sich als Vertreter einer „ein Stück weit betroffenen Gemeinde“ vor: „Ich will natürlich auch nicht, dass Neu-Sophienhof eingekesselt wird.“ Mehr Windkraftanlagen würden nicht ins Landschaftsbild passen.

 „Planungszahlen dürfen kein Dogma sein“, meinte der Vorsitzende der CDU-Kreistagsfraktion, Werner Kalinka, zu den Zielen der Landesregierung zur Energiewende. Er kritisierte vor allem die Minderung der Planungsrechte der Gemeinden und Kreise: „Man hätte ja auch gegen das OVG-Urteil vorgehen können.“ Das hätte aber nach Ansicht des grünen Landtagsabgeordneten Andreas Tietze für einen jahrelangen rechts- und planlosen Zustand gesorgt, der „Tür und Tor für Investoren geöffnet“ hätte. Die Karte der Staatskanzlei enthalte lediglich Potenzialflächen, meinte Tietze: „Es wird keine Gemeinde umzingelt – das kann ich Ihnen garantieren.“

 „Können Sie nicht noch eine seltene Tierart entdecken?“, fragte der Moderator, Amtsdirektor Sönke Körber, den Kreisnaturschutzbeauftragten Bernd Koop. Der verwies zwar darauf, dass der Hinweis auf seltene Arten bei Bauprojekten selten zu mehr Akzeptanz für den Naturschutz geführt habe. Mehr Windkraftnutzung lehnte er aber deutlich ab: „Wir müssen erkennen, dass das Land an seinen Grenzen angekommen ist.“ Schon jetzt sei die Situation für Vogelarten schwierig, weil in der Nähe von Schutzgebieten zu viele Windkraftanlagen stehen, meinte Koop. „Es muss nicht immer Windkraft sein“, sagte der Biologe und sprach sich stattdessen für mehr Solaranlagen auf den Dächern aus.

 Den wohl stärksten Beifall des Abends erhielt Stefan Wiese, Gemeindevertreter in Fargau-Pratjau. Er kritisierte die unterschiedlichen Abstandsregelungen und fragte: „Warum ist ein Mensch in einem kleinen Dorf weniger schützenswert als in einer größeren Ortslage?“

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
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