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Bäckerei Jonsson schließt

Wisch Bäckerei Jonsson schließt

Ein Familienbetrieb sagt Tschüss. Ruth und Joachim Jonsson geben nach fast 39-jähriger Selbstständigkeit ihre Bäckerei in Wisch auf und gehen in den Ruhestand. Damit verschwindet das letzte Geschäft in dem touristisch geprägten Ort.

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Die letzten Heißewecken – Ruth und Joachim Jonsson machen ernst: Mit 68 Jahren wollen sie beide in den Ruhestand gehen. Sie schließen ihr Geschäft nach über 100 Jahren Familientradition am 30. Januar.

Quelle: Astrid Schmidt

Wisch. Ruth und Joachim Jonsson können es nicht verbergen: Diese Entscheidung ist ihnen nicht leicht gefallen. Seit fast vier Jahrzehnten stehen sie in Backstube und Bäckerei, kennen fast jeden Kunden mit Vornamen und seine Vorlieben. Sie sind im Dorf eine Institution. Doch seit fünf Jahren, so berichten sie, machen sie sich über die Zukunft des Betriebs Gedanken und hatten bis zuletzt gehofft, dass Sohn Ingmar in ihre Fußstapfen tritt, der auch gelernter Bäcker ist. So, wie es Joachim Jonsson 1977 tat, als er das Geschäft von seinem Vater Max Jonsson übernahm. Der hatte die 1906 gegründete Bäckerei und Konditorei von seinem Schwiegervater Eduard Finck übernommen.

 Familie Jonsson hat ihre Bäckerei ständig modernisiert und erweitert. Sie bietet inzwischen über 30 Sorten Brötchen, Spezialitäten wie Nussbrötchen, Butterfranz und Hamburger an. „Die Kunden fragen schon nach Brotrezepten. Viele kaufen auf Vorrat und frieren ihre Lieblingsbrötchen ein“, erzählt Ruth Jonsson. Sie legt die Brötchentüten für die Kunden schon oft mit ihrer Stammzeitung zurecht. „So verwöhn ich sie“, sagt sie. Jeder wird mit privatem Schnack und fröhlich bedient. Auch jetzt, obwohl Ruth Jonsson die Tränen in den Augen stehen, so wie jemand sie auf die Schließung anspricht.

 Sie hat mit ihrem Mann gemeinsam gute und schlechte Zeiten durchgestanden. „Als kleiner Familienbetrieb kann man sich nur durch Qualität behaupten“, weiß Jonsson. Dass dies bis heute gelungen ist, daran „hat Sohn Ingmar einen gewaltigen Anteil“, betont Jonsson. Der Senior hat über drei Jahrzehnte hinweg Lehrlinge ausgebildet und sich in der Innung besonders für den Nachwuchs stark gemacht.

 Doch das Bäckerhandwerk und die Selbstständigkeit seien heute immer schwieriger und mit immer höheren Auflagen verbunden. „Alles muss dokumentiert werden“, berichtet Jonsson. In den ganzen Jahren, so erinnert er sich, habe er mit seiner Ehefrau „vielleicht dreimal Urlaub gemacht“. „Man ist als Selbstständiger immer gefordert, muss immer da sein, das will nicht jeder“, sagt der 68-Jährige verständnisvoll.

 Doch so ganz hat Ruth Jonsson die Hoffnung noch nicht aufgegeben: „Die Einrichtung bleibt ja erst einmal. Vielleicht schwenkt unser Sohn ja doch um.“ Doch fest steht: Am 30. Januar ist der letzte Öffnungstag, an dem sich der Wischer Bäcker mit einem kleinen Dankeschön von seinen Lieferanten und Kunden verabschiedet. Die bekommen natürlich bis zum letzten Tag die gewohnte Frische direkt aus der Backstube. „Die dann überbleibenden Bestände geben wir an die Tafel und andere Einrichtungen, die wir sonst beliefern“, sagt Jonsson.

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