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Zu wenig Freiwillige fürs Zentrum

Preetzer Vermittlungsbörse Zu wenig Freiwillige fürs Zentrum

Seit sieben Monaten gibt es in Preetz das Freiwilligenzentrum als Vermittlungsbörse für Ehrenamtler. Koordinator Helmut Müller zog eine positive Bilanz, räumte aber ein, bisher „nicht genügend“ Freiwillige vermittelt zu haben.

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Natascha Morach und Christian Borchers wurden durch das Freiwilligenzentrum Preetz vermittelt. Sie wollen auch anderen Mut machen, sich für ein Ehrenamt zu entscheiden.

Quelle: Astrid Schmidt

Preetz. Die Datenbank des Freiwilligenzentrums umfasst derzeit 51 Vereine mit 49 Angeboten. In den ersten sechs Monaten informierten sich 34 Menschen über eine ehrenamtliche Aufgabe. Allerdings konnte das vierköpfige Beraterteam nur zehn vermitteln – zu wenig, räumte Müller ein.

 Zwei, die den Weg genutzt und die für sich passende Betätigung gefunden haben, sind Natascha Morach und Christian Borchers. Beide arbeiten im Bereich Flüchtlingshilfe, unterrichten in ihrer Freizeit ausländische Mitbürger mit unterschiedlichsten Voraussetzungen. Beide wollen mit ihrem Erfahrungsbericht auch anderen Mut machen, sich für ein Ehrenamt zu entscheiden und mithilfe des Freiwilligenzentrums die richtige Aufgabe zu finden.

 „Ich habe die Flüchtlingsproblematik in den Nachrichten verfolgt und wusste: Da will ich helfen. Im Internet stieß ich auf die Seite des Freiwilligenzentrums, bin dort gut beraten und entsprechend meinen Möglichkeiten und Wünschen vermittelt worden“, erzählt Morach. Die 22-jährige Lehramtsstudentin bringt nun seit einem Monat Flüchtlingen in Preetz die deutsche Sprache nahe. Rund zwei Stunden in der Woche ist sie dafür im Einsatz. Ebenso wie Christian Borchers, der seit vielen Jahren als Gärtner im öffentlichen Dienst mit Migranten arbeitet. „Man kann die Flüchtlinge nicht aufnehmen, ohne etwas für die Integration zu tun“, so Borchers.

 Das Freiwilligenzentrum vermittelt aber nicht nur, sondern bietet den Ehrenamtlern auch umfangreiche Fortbildungen, Schulungen und Seminare an, die bisher von 230 Teilnehmern genutzt worden seien, berichtete Beraterin Ruth Lindner. Da geht es beispielsweise um Rechts- und Versicherungsfragen im Ehrenamt, um das Vermitteln von Deutschkenntnissen oder Steuerfragen bei der Führung von Vereinen.

 Ein weiteres Projekt: „Soziale Verantwortung lernen“. Dieses Angebot nach dem Vorbild einer Lübecker Schule richte sich an Schulklassen, die sich ein Jahr lang in einer sozialen Einrichtung engagieren wollen. In Plön und Preetz laufe es bereits, in Schönberg und Schwentinental gebe es Interesse, erklärte Müller.

 Sein Ziel sei es überdies, vor Ort in Lütjenburg, Wankendorf, Plön, Schönberg und Schwentinental „selbstständig arbeitende Anlaufstellen“ zu schaffen. Denn: „Ehrenamtliche Arbeit wird vor Ort geleistet und muss auch vor Ort vermittelt werden“, so Müller.

 Ein Wermutstropfen: Die Förderung über das EU-Projekt Best (Bürgerschaftliches Engagement stärken) läuft aus. Gleichwohl werde man das Freiwilligenzentrum ehrenamtlich weiter betreiben, sehe aber die Notwendigkeit, die Einrichtung spätestens ab 2016 unter hauptamtliche Leitung zu stellen. „Diese Arbeit ist ehrenamtlich auf Dauer nicht zu schaffen“, weiß Müller. Aber er sei guten Mutes, dafür Zuschüsse zu bekommen. Zudem sei er mit zwei Aktivregionen im Gespräch.

 Die Berater sind donnerstags, von 16 bis 18 Uhr im Haus der Diakonie in Preetz anzutreffen oder im Internet unter www.freiwillig-im-kreis-ploen.de

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