10 ° / -1 ° Regenschauer

Navigation:
Schönberger Kita heizt mit Eis

Zukunftsprojekt Schönberger Kita heizt mit Eis

Heizen mit Eis: „Das ist fantastisch, dass ich gleich zum Start meiner Sommertour ein so innovatives, zukunftsweisendes Projekt kennenlernen kann“, zeigte sich Finanzministerin Monika Heinold am Dienstag bei ihrem Besuch in der Schönberger Kita Bullerbü beeindruckt.

Voriger Artikel
Raumsuche auf vollen Touren
Nächster Artikel
Melanie Bernstein will in den Bundestag

Die Finanzministerin Monika Heinold (links vorn) ließ sich in Schönberg vom ortsansässigen Elektromeister Andreas Lehmann (Zweiter von rechts) und dem Lübecker Architekt Ansgar Speer (Dritter von rechts) die Wirkungsweise der Eisspeicher-Heizung informieren.

Quelle: Anne Gothsch

Schönberg. In der erst im zurückliegenden Jahr neu eröffneten Kindertagesstätte des Arbeiter-Samariter-Bundes (ASB) wird gerade mit einer Eisspeicherheizung ein emissionsfreies Heizsystem installiert.

Diese Anlage könnte ein neues Kapitel in Sachen Energieeinsparung und Klimaschutz aufschlagen, sind sich der ASB als Eigentümer, die Gemeinde, die Aktivregion Ostsseküste sowie Planer und Techniker einig. Bisher seien in Norddeutschland lediglich zwei weitere solche Anlagen in Lübeck und Hamburg bekannt, berichtete der Schönberger Elektromeister Andreas Lehmann, der sich vor allem um die Steuerungstechnik für das innovative System kümmert. Die Idee, die Kita mit dieser modernen, sehr effizienten Heizungstechnik auszustatten, hatte der Architekt Ansgar Speer aus Lübeck ins Spiel gebracht, nach dessen Plänen das Gebäude errichtet wurde. „Im ersten Moment klingt Heizen mit Eis verrückt. Aber wir müssen nach alternativen Lösungen suchen, wenn die Energiewende gelingen soll“, betonte der Architekt.

Speer erläuterte, dass die Anlage im wesentlichen aus fünf Komponenten bestehe, einer Fußbodenheizung, einer Wärmepumpe, Sonnenkollektoren auf dem Dach, zwei großen, jeweils mit zehn Kubikmeter Wasser gefüllten Tanks in der Erde und einer intelligenten Steuerungstechnik. Den Wasserspeichern werde durch Wärmetauscher Wärme entzogen und der Wärmepumpe zugeführt. Wenn das Wasser eine Temperatur von null Grad Celsius erreicht habe, komme es zu einem Vereisungsprozess innerhalb der Speicher, der einen weiteren Energiegewinn bringe und von der Wärmepumpe genutzt werden könne. „Hinzu kommt die Energie aus den Sonnenkollektoren, die ebenfalls der Wärmepumpe zugeführt werden. Zudem nutzen die Speicher die Erdwärme, denn sobald die Wassertemperatur unter das Temperaturniveau des umgebenden Erdreichs sinkt, nimmt der Speicher Wärme auf. Durch die Kombination dieser unterschiedlichen natürlichen Energiequellen entsteht ein sehr effizientes, umweltfreundliches Heizsystem“, erläuterten die Fachleute.

Weil die Anlage auch für die Aktivregion Ostseeküste Modellcharakter trägt und möglichst schnell Nachahmer finden soll, wurde die sonst übliche Förderquote von 55 auf 60 Prozent erhöht. „So haben wir bei einer Gesamtinvestition von rund 69000 Euro etwa 35000 Euro an Fördermitteln erhalten, davon rund 28000 Euro aus EU-Mitteln und knapp 7000 Euro vom Land. Ohne diese Unterstützung hätten wir das ehrgeizige Projekt nicht realisieren können“, so Franz Schütte, Geschäftsführer des ASB-Regionalverbandes Kreis Plön.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3