16 ° / 7 ° Regenschauer

Navigation:
11,3 Millionen Euro fürs schnelle Netz

Zweckverband Breitbandausbau 11,3 Millionen Euro fürs schnelle Netz

So viele Euros trug Volker Schütte-Felsche, Vorsteher des Zweckverbands Breitbandversorgung im Kreis Plön, noch nie mit sich herum. Auf bis zu 11,3 Millionen Euro lautet der Bescheid des Bundes für den Breitbandausbau. Der Zweckverband überlegt, ob er das Geld überhaupt haben will.

Voriger Artikel
Mit viel Lebensfreude auf Platz zwei
Nächster Artikel
Auf der Suche nach Paten

Der Bundesminister für digitale Strukturen Alexander Dobrindt (links) interviewt Verbandsvorsteher Volker Schütte-Felsche nach der Übergabe des Förderbescheids für die Breitbandversorgung im Kreis Plön. Mit nach Berlin reisten die Bürgermeister Roland Feichtner (Dannau) und Ulrike Raabe (Martensrade), die im Verbandsvorstand sind.

Quelle: Hans-Peter Koenig (BMVI)

Plön/Berlin. Der Bundesminister für digitale Strukturen Alexander Dobrindt übergab den Förderbescheid (Exakt: 11310588 Euro) persönlich an die dreiköpfige Delegation aus dem Kreis Plön, die 46 Gemeinden mit 13400 Haushalten vertritt. Dobrindt verteilte am Dienstag insgesamt 116 Zusagen. Der Plöner Zweckverband war dabei der einzige aus Schleswig-Holstein.

Vielleicht benötigt der Zusammenschluss aber gar nicht die Mittel aus Berlin. Das hat Schütte-Felsche dem Minister höflicherweise aber nicht unter die Nase gerieben. Der Zweckverband verhandelt seit dem Frühjahr mit mehreren Internet-Anbietern, die das – noch zu verlegende – Glasfasernetz gegen eine Pachtzahlung zunächst für 25 Jahre betreiben wollen. Und die Angebote aus der freien Wirtschaft fallen deutlich besser aus als noch vor einem Jahr gedacht. Möglicherweise reichen die Einnahmen über 25 Jahre aus, um das Projekt ohne die Zuschüsse Dobrindts umzusetzen. Schütte-Felsche: „Das macht ja auch Sinn. Wenn sich das Projekt von alleine trägt, müssen auch keine Steuergelder eingesetzt werden.“

Kritisch sieht Schütte-Felsche drei weitere Punkte. Der Bund schreibt einen höheren technischen Standard vor, der mit Mehrkosten zwischen zehn und 15 Prozent einhergeht. Und der Zweckverband ist zudem verpflichtet, diesen technischen Ausbau auch penibel zu dokumentieren. Außerdem muss der Ausbau bis Ende 2018 abgeschlossen sein.

Anfang Oktober sollen die verbindlichen Angebote der möglichen Internet-Partner beim Zweckverband eingegangen sein. Dann rechnen die Fachberater aus, ob und in welcher Höhe Zuschüsse in Anspruch genommen werden müssen. Darüber entscheidet dann endgültig die Verbandsversammlung, die am 31. Oktober zusammenkommt. An diesem Tag wird auch der wirtschaftlichste Anbieter ausgewählt.

Die weiteren Schritte: Der zukünftige Betreiber des Netzes legt einen Ausbauplan vor, wann und wie welche Gemeinde erschlossen wird. In den Ortschaften selbst müssen sich mindestens 60 Prozent der Haushalte bereit erklären, sich ans Glasfasernetz anzuschließen. Wird diese Quote nicht erreicht, wird es nichts mit dem schnellen Surfen. Schütte-Felsche geht davon aus, dass 2017 die ersten Verlegearbeiten beginnen und Haushalte ihre Anschlüsse erhalten. Über sie kann man im Internet surfen, telefonieren oder fernsehen.

Angesichts der aufziehenden Konkurrenz rüstete die Telekom überraschend ihre Netze zum Beispiel im Raum Lütjenburg nach und verlegte Glasfaserleitungen schon bis an die Verteilerkästen.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Schekahn
Ostholsteiner Zeitung

Mehr aus Nachrichten aus Plön 2/3