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Anarchisch-absurde Abschiedsvorstellung

Zwei Kesseln Krudes Anarchisch-absurde Abschiedsvorstellung

Nicht nur Günther Jauch, sondern auch Mad Jazz Morales und Sven-Sascha Perkuhn werden 2016 keine eigene Talkshow mehr moderieren. Wie der bundesweit bekannte ARD-Journalist verabschieden sich auch die beiden Holsteiner Musiker mit dem Diskussionsrundenformat von der Bühne.

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Beim Singen von bekannten norddeutschen Liedern, deren Texte auf die Stargäste Ines Barber (von rechts) und Matthias Stührwoldt angepasst worden waren, kam Stimmung auf.

Quelle: Dirk Schneider

Ascheberg. Wobei die Art und Weise wie „Zwei kesseln Krudes“ am Donnerstagabend zum neunten und letzten Mal im Landgasthof Langenrade live inszeniert wurde, noch einige Tage für Gesprächsstoff sorgen dürfte. So erlebten die rund 80 Besucher eine anarchisch-absurde Abschiedsvorstellung mit Ines Barber und Matthias Stührwoldt sowie der Folkband Speellüüd als musikalisch untermalten Klönschnack op Platt.

 Platt bedeutete dabei nicht ausschließlich das Reden und Singen in niederdeutscher Sprache, wie „Assistentin“ Inke Johannsen beim Intro betonte. Sie erzählte platte Witze und als Nachrichtensprecherin las sie Berichte aus der Regionalzeitung vor oder vielmehr leierte sie runter. Spätestens als sie dabei die Auswahl des Fernsehprogramms vortrug, fragten sich wohl die Besucher, die das bunte Kesseltreiben noch nicht kannten, ob die Glotze nicht doch die bessere Alternative gewesen wäre. Und Inkes Anregung „vielleicht ist es auch besser, wenn ihr euch einfach weiter unterhaltet“, sorgte sogar bei Barber und Stührwoldt für erstaunte Blicke á la „wo bin ich hier bloß reingeraten“.

 Dieser Eindruck dürfte sich dann auf der Bühne noch verstärkt haben. Denn während Mad Jazz Morales alias Matthias Linke die Stargäste live on stage un op Platt interviewte, labten sich die Mitglieder der Folkband Speellüüd an einer ebenfalls auf der Bühne platzierten Tafel an Holsteiner Grünkohl mit Kohlwurst und Kassler, Bauch und Bier. „Wir wollten Leonardo da Vincis Abendmahl nachstellen – auf norddeutsche Art“, kommentierte Mad Jazz Morales die Szene, worauf Barber schlagfertig konterte. „Wieso kein Matjes? – bei deinem Vornamen.“

 Auf diesem anarchisch-humoristischen Niveau angekommen, klönte das Trio dann über Gott und die Welt, erzählte skurrile Anekdoten und beantwortete spontan Fragen, die das Publikum auf Karten geschrieben hatte. Für vorweihnachtliche Stimmung sorgten dann die gut gestärkten Speellüüd, wobei so mancher Text auf Barber und Stührwoldt angepasst worden war. Am Ende sang der ganze Saal, brennende Wunderkerzen und ein Konfettiregen aus asynchron abgefeuerten Konfettikanonen sorgten für ein stimmungsvolles Finale.

 Ach ja: Es gab auch ein ernstes Thema. Die Einnahmen der Benefizveranstaltung – „mit Spenden, Sponsorengeldern und Versteigerungserlösen liegen wir fast im hohen dreistelligen Bereich“, so Linke – bescherte die Kesselcrew der Plöner Hospizinitiative.

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Dirk Schneider

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