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Schutz für seltene Vögel

Zwergseeschwalben in Laboe Schutz für seltene Vögel

Nach dem Bottsand vor Wendtorf haben sich die seltenen Zwergseeschwalben nun auch auf einer Sandbank vor dem Naturerlebnisraum Laboe angesiedelt. Zum Schutz der Gelege hat das Land jetzt das Betreten des Zentrums der kleinen Insel bis zum Ende der Brutsaison verboten.

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Zwergseeschwalben brüten auf einer Laboer Sandbank. Das sorgt für Freude bei Vogelschützern.

Quelle: Lothar Sielmann

Laboe. „Ich freue mich über den Erfolg“, sagt Andrea Harrje, Mitglied im Laboer Umweltausschuss. Offenbar bestehe Hoffnung, dass die Vögel den Besucheransturm überstanden haben. „Wir hatten einen Zusammenbruch des Bestands befürchtet“, erklärt Harrje. Der Ornithologe Wilfried Knief aus Probsteierhagen, der schon in den vergangenen Jahren Brutversuche und 2015 erstmals Jungtiere auf der Sandbank gesehen hatte, ist froh über die schnelle Reaktion des Landes.

 Schon lange hatten Naturschützer beobachtet, dass sich etwas tut auf den Sandbänken, die sich nur wenige Meter vor dem Naturerlebnisraum Dünenlandschaft Laboe gebildet haben. Sie kritisierten, dass Spaziergänger, Hunde, Surfer und Reiter dort immer wieder für Störungen gesorgt haben. Auch die ebenso wie die Zwergseeschwalben vom Aussterben bedrohten Sandregenpfeifer und auch Austernfischer brüten hier. Einige Nester wurden bereits zerstört oder von den Vögeln aufgegeben. Überrascht stellte die Bachelor-Studentin Jule Neumann, die in dieser Saison die Kolonien auf dem Bottsand und vor Laboe untersucht, fest: Auf der Insel wurde trotz der intensiven Nutzung fast keine Brut aufgegeben oder zertreten.

 „Da sich die Gelege im groben Schotter befinden, wurde dieser Teil der Insel von barfuß laufenden Badegästen offensichtlich gemieden“, erklärt Carsten Harrje, Referent des Nabu für das Naturschutzgebiet Bottsand. Nachdem Harrje und Knief zunächst gedacht hatten, die Einzäunung der Insel sei kaum möglich und nicht sinnvoll, haben sie nun gezielt den Brutbereich auf der höher gelegenen Schotterbank mit Pfählen und einem Zaun markiert.

 Da die neu gebildete Landfläche dem Land gehört, hat das zuständige Umweltministerium jetzt das Betreten der Kolonie, die im Zentrum der Insel liegt, bis zum Ende der Brutsaison am 31. Juli verboten. Verstöße dagegen können mit einem Bußgeld geahndet werden. Die übrigen Bereiche der Insel dürfen weiter genutzt werden. Besucher werden aber gebeten, sich möglichst ruhig zu verhalten und Hunde an der Leine zu halten. Diese Regelung sieht das Ministerium als Kompromiss zwischen den Schutz- und Erholungsinteressen. „Sollten die Regelungen nicht eingehalten werden oder trotz der Einzäunung die Kolonie aufgegeben werden, muss für das nächste Jahr eine vollständige Sperrung der Insel während der Brutsaison in Erwägung gezogen werden“, betont das Ministerium. Die Beobachtung der Zwergseeschwalben bei ihren Sturzflügen zur Jagd über der Ostsee und der Fütterung der Jungen sei „ein unvergessliches Naturerlebnis, das durch rücksichtsvolles Verhalten hoffentlich dauerhaft möglich bleibt“.

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Ein Artikel von
Thomas Christiansen
Ostholsteiner Zeitung

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