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1000 neue Einwohner für Bordesholm?

Siedlungsentwicklung 1000 neue Einwohner für Bordesholm?

Ist in puncto Neubebauung in der Region Bordesholm Vollgas oder bremsen angesagt? Um diese Frage entspann sich beim Infoabend „Demografie und Siedlungsentwicklung“ im Rathaus eine muntere Diskussion. Die dort vorgestellten Studien sehen für Bordesholm bis zu 1000 neue Einwohner bis 2030.

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Architekt Knud Schnittger (rechts) stellte vor rund 60 Zuhörern verschiedene Wohnmodelle für Bordesholm und das Umland vor.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Möglich wären bis 2030 allein in Bordesholm 432 neue Wohneinheiten mit bis zu 950 neuen Bewohnern. Dies entspricht einem Zuwachs von zwölf Prozent, rechnete Stadtplaner Bernd Wolfgang Hawel vor. Die vom Amt Bordesholm und der Gemeinde Flintbek in Auftrag gegebenen Studien machten zudem deutlich, dass Bordesholm bereits jetzt eine alte Gemeinde ist. 1987 lagen die Altersgruppen der unter 25-Jährigen und der über 60-Jährigen gleichauf, in 2014 betrug das Verhältnis Jung-Alt bereits eins zu zwei. „Der demografische Wandel hat in Bordesholm schon voll durchgeschlagen“, sagte Hawel am Dienstag vor rund 60 Zuhörern. Die 16000 Euro teure Studie, die von der Aktivregion Mittelholstein mit 75 Prozent gefördert wurde, geht von einem durch die Wachstumsregion Kiel ausgelösten Bevölkerungswachstum aus.

 Gesteuert werden kann das Wachstum durch die Gemeinden, führte Hawel weiter aus. Architekt Knud Schnittger schlug dafür vor, zentrale Flächen in den größeren Orten mit mehrgeschossigen Häusern zu bebauen und dabei auch Wohnformen wie das Betreute Wohnen zu ermöglichen. Bordesholms Bürgermeister Helmut Tiede kann sich ein achtprozentiges Bevölkerungswachstum bis 2030 gut vorstellen. „Die vorhandenen Kitas und Schulen reichen dafür aus“, meinte Tiede. In die Vollen ging dagegen Reinhard Koglin: Der Vorsitzende des örtlichen Kulturvereins hält einen Ort Bordesholm mit 10000 Einwohnern für erstrebenswert – aktuell leben dort rund 7400 Menschen.

 „Wir können ruhig ein paar Leute mehr vertragen, außerdem haben gerade die Älteren viel an Engagement zu geben“, sagte Koglin. Deutlich zurückhaltender argumentierte Heinrich Lembrecht. Der Amtsdirektor befürwortete ein Wachstum von drei bis fünf Prozent. Hubert Hepp von der Bordesholmer Wählergemeinschaft kritisierte dagegen, dass der aktuelle Bauboom im Ort keinen Eingang in der Studie gefunden hat: „Das sind über 160 Wohnungen, die derzeit entstehen, damit ist die Studie nicht mehr viel wert.“ Enttäuschung war bei Hans-Jürgen Leptien angesagt: Der Bürgermeister von Negenharrie kritisierte den Landesentwicklungsplan, der den Dörfern nur ein minimales Wachstum erlaubt. „Wir können trotz Nachfrage keine Neubaugebiete auflegen, das ist doch ein Witz. Damit werden wir Umlanddörfer von der Entwicklung abgehängt“, monierte Leptien.

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