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2500 Geocacher suchten Schätze

Molfsee 2500 Geocacher suchten Schätze

Krasser kann der Gegensatz nicht sein: Im Freilichtmuseum Molfsee, wo ein Teil der Historie von Schleswig-Holstein bewahrt und erklärt wird, trafen sich am Sonnabend 2500 Geo-Cacher aus dem Bundesgebiet und Ausland: Smartphones und Apps zwischen Reetdachkaten und alter Handwerkstradition.

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Marianne Hansen (links) und Ruth Sperr haben bei der "Trennungsbank" in Molfsee die Dose mit dem Logbuch entdeckt. 

Quelle: Frank Scheer

Molfsee. Marc Hansen (Kiel) und Phillip Lotz (Dänischenhagen) strahlten am späten Vormittag. Die Organisatoren hatten nicht mit dieser Resonanz gerechnet. "Aus Kanada, Neuseeland, USA und Japan sind Gäste da", so Hansen. 18 Monate ist der Event von ihnen vorbereitet worden. Geocaching ist die moderne Form von Schnitzeljagd oder Schatzsuche.

In Deutschland etwa 273 000 Aktive

Weltweit gibt es 1,8 Millionen Begeisterte, in Deutschland etwa 273 000 Aktive. Eine App führt die Nutzer per GPS-Navigationsdaten zu den Zielorten mit den Caches. Dort gibt es auf dem Handy einen kleinen Hinweis, wo die kleine Dose mit einem Logbuch versteckt ist. Dann ist der Suchinstinkt gefragt. "Mal sind die Schätze leicht zu finden, mal schwieriger. Mal ist auch eine Teleskopstange notwendig, weil es im Baum hängt", so Hansen.  

66 Event-Caches rund um das Museum haben die Organisatoren ausgelegt. Auf der Karte ergaben die Standorte die Optik des Torhauses, dem markanten Eingangsgebäude des Freilichtmuseums. Für Hansen ist das historische, eher verstaubte Museum und das moderne Zeitalter mit der GPS-Aktion auch kein Widerspruch. "Das ist eine Win-Win-Situation für beide. Viele Cacher schauen sich auch im Museum um." 

"Man ist schon ein bisschen verrückt"

"Es ist schon wie eine Sucht", erzählt Rita Hulitschke aus Schüttdorf aus der Nähe von Bad Bentheim. 5196 Caches haben sie und ihr Mann in den vergangenen vier Jahren bereits entdeckt. Die Handy-App zeigt das an. Das Ehepaar hat einen Kurzurlaub in Eckernförde um diesen Event herum geplant. "Ja, man ist schon ein bisschen verrückt", erzählt sie. Wathose, Stiefel, Leiter und Teleskopstange sind im Kofferraum ihres Kombis. 

Für die Hulitschkes sind Begegnungen mit Gleichgesinnten, die teilweise guten Verstecke und das Feedback (per Internet bekommt der Versteckende immer eine Nachricht, wer seinen Schatz entdeckt hat) Ansporn, weiter auf Schatzsuche zu gehen. "Zudem ist man immer wieder zu Fuß unterwegs und kann auch Kinder hinterm Fernseher loseisen", erzählt sie weiter. 

"Wir gehen täglich los"

Andere lernen sich kennen, wie Ruth Sperr (72) und Marianne Hansen (64). "Wir sind uns bei einem Cache-Event in Hamburg begegnet. Seit fast drei Jahren gehen wir täglich los", berichten die Rentnerinnen. Für andere sind neue Informationen aus ihrem näheren Umwelt wichtig. 

Im Freilichtmuseum Molfsee, wo ein Teil der Historie von Schleswig-Holstein bewahrt und erklärt wird, trafen sich am Sonnabend 2500 Geo-Cacher aus dem Bundesgebiet und Ausland

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Ein Artikel von
Frank Scheer
Holsteiner Zeitung

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