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40 anerkannte Flüchtlinge brauchen Wohnungen

Kronshagen 40 anerkannte Flüchtlinge brauchen Wohnungen

Die Not, Unterkünfte für Flüchtlinge zu finden, hat die Gemeinde Kronshagen zunächst bewältigt – schon wollen neue Probleme gelöst werden: Die etwa 40 Asylbewerber, die nach einjährigem Verfahren bereits anerkannt sind, brauchen Wohnungen. Die Bereitschaft zu vermieten, ist in Kronshagen aber noch gering.

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Wollen Vermietern in Kronshagen die Angst nehmen (von links): Renate Graetsch, Füchtlingsbetreuerin Gina Peza und Ingrid Weskamp.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen. „Bitte, geben Sie uns eine Chance, mit Ihnen über die Vermietung einer Wohnung ins Gespräch zu kommen.“ Mit diesem Appell wenden sich Ingrid Weskamp und Renate Graetsch von der ehrenamtlichen Flüchtlingshilfe an die Kronshagener. Wer aufmerksam durch die Straßen geht, sieht, dass es freien privat zu vermietenden Wohnraum gibt. Doch anerkannte Flüchtlinge stoßen bei der Wohnungssuche häufig auf Ablehnung.

 Deshalb wollen Gemeinde und Flüchtlingshilfe bei der Vermittlung helfen, Probleme und Bedenken aus dem Weg zu räumen. Mittlerweile gibt es in Kronshagen etwa 50 ehrenamtliche Paten, die Flüchtlinge bei der Integration unterstützen. Sie sind auch bereit, mit möglichen Vermietern zu sprechen und nach individuellen Lösungen zu suchen.

 Wenn das Asylverfahren abgeschlossen ist, müssen Flüchtlinge ihre bisherigen Unterkünfte verlassen. „Auf dem normalen Wohnungsmarkt hat aber keiner eine Chance“, sagt Ingrid Weskamp. Der Regelsatz, den der Kreis Rendsburg-Eckernförde zahle, sei zu gering für das Kronshagener Mietniveau. Sie weiß: In Kiel konkurrieren Migranten mit Studenten um kleine Wohnungen und unterliegen; lediglich in Mettenhof und Gaarden bieten sich hin und wieder Chancen. „Wenn sie aber geballt in Hochhäusern leben, sprechen sie wieder ihre Heimatsprache und die Integration wird schwieriger“, sagt Renate Graetsch.

 Gemeinde und Flüchtlingshilfe setzen in Kronshagen weiterhin auf ein dezentrales Konzept. Freier privater Wohnraum ist daher wichtig. Gina Peza, Flüchtlingsbetreuerin im Rathaus, versichert: „An Vermieter vermitteln wir nur Leute, die wir auch einschätzen können.“ Mit der Anerkennung zahlt nicht mehr das Sozialamt die Miete und den Lebensunterhalt, sondern das Jobcenter. Nach den Richtwerten der Gemeinde können für eine Person bis zu 331 Euro, für zwei Personen bis zu 394 Euro Kaltmiete gezahlt werden.

 „Es gibt viele handwerklich versierte Flüchtlinge, die die Wohnung auch selbst in Schuss bringen können“, sagt Graetsch. Zudem könnten sie im Alltag private Hilfe und Unterstützung anbieten: „Flüchtlinge wollen gerne arbeiten“, sagt sie. Ingrid Weskamp sieht auch die Möglichkeit, dass Paten als Hauptmieter auftreten könnten. „Wir freuen uns zudem über Leute, die uns einen Ansprechpartner für eine Wohnung vermitteln“, sagt sie. Scheitern die Bemühungen sieht Gina Peza einen fatalen Kreislauf: „Ohne Wohnung keinen Job, ohne Job keine Wohnung.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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