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Jauche, eine Strumpfhose und Politik

50 Jahre KWG Ottendorf Jauche, eine Strumpfhose und Politik

Die Kommunale Wählergemeinschaft Ottendorf hat am Sonnabend ihr 50-jähriges Bestehen im Dorfgemeinschaftshaus gefeiert. Dabei berichteten Mitglieder der ersten Stunde, was ein Trecker, ein Schwall Jauche und eine befleckte Strumpfhose mit der Gründung der KWG zu tun haben.

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Mit Heidrun Brockmeyer (von links) und Harry Bade-Sell hat die KWG heute zwei Vorsitzende. Olaf Andressen ist Beisitzer und Horst Steppat Schriftführer und Kassenwart. Daniel Rietz als Beisitzer fehlt auf dem Foto.

Quelle: Sven Janssen

Ottendorf. Neben Bürgermeisterin Sabine Sager (CDU) und Hans-Helmut Freund (SPD) gehörten auch Vertreter der Wählergemeinschaften aus den Nachbarorten zu den rund 100 Gratulanten.

Mit Iris Rückert war eine KWGlerin der ersten Stunde dabei. Am 4. Februar 1966 hat die heute 79-Jährige mit ihrem Mann Kurt und sechs weiteren Mitstreitern die KWG gegründet. Rückert war es auch, die den Stein ins Rollen brachte. „Als wir nach Ottendorf zogen, war es ein Kuhdorf mit vielen Misthaufen an der Straße.“ Sie erinnerte sich auch daran, wie Tochter Bettina eingeschult wurde. „Mit Lackschuhen und weißer Strumpfhose ging es zur Schule. Dann kam ein Trecker, die Jauche spritzte vom Straßenrand hoch und die Strumpfhose war nicht mehr weiß. Da habe ich zu meinem Mann gesagt, entweder ändert sich etwas, oder wir ziehen hier weg.“

Kurt Rückert habe sich fürs Ändern entschieden und mit dem damaligen Bürgermeister Ernst Sager (CDU) gesprochen. „Der hat alles damit abgetan, dass man, was immer so war, nicht ändern müsse“, erzählte Iris Rückert. Fortan trafen sich vor allem die zugezogenen Neubürger bei Rückerts im Keller und gründeten die KWG, um selbst politisch für Änderungen zu sorgen. Kurt Rückert wurde Vorsitzender und blieb es bis 1992. Die KWG holte sich 1966 erst einen Sitz in der Gemeindevertretung, dann 1970 den zweiten. Vier Jahre später drei und 1990 hatte sie mit sechs Sitzen und 53,4 Prozent der Stimmen die absolute Mehrheit im Gemeindeparlament. Die SPD war bei dieser Wahl nicht angetreten.

„Wir haben damals Hermann Mansfeldt von der CDU zum Bürgermeister gewählt“, sagte Bernd Ueberschär. Mansfeldt war vorher lange selbst in der KWG, dann aber zur CDU gewechselt. „Das Dorfgemeinschaftshaus ist sicher eine unserer größten Errungenschaften“, so Ueberschär. Dass es tatsächlich so groß gebaut worden sei, ginge auf die KWG zurück.

Die heutige Vorsitzende, Heidrun Bockmeyer, erinnerte an weitere wichtige Entscheidungen, an denen die KWG mitwirkte: die zentrale Wasserversorgung für Ottendorf (1967), die Vergrößerung des Sportplatzes (1968), den Ausbau der Ortsdurchfahrt (1971), Schließung der Grundschule und Aufnahme in Kronshagen (1972) sowie die Einrichtung einer Kinderstube (1973).

„Die KWG ist eine Bereicherung für die Demokratie in Ottendorf“, sagte Bürgermeisterin Sabine Sager. Sie sei froh, dass alle Parteien heute so gut zusammenarbeiten und viele der Beschlüsse einstimmig zum Wohle der Gemeinde getroffen würden.

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