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80 Pflegeplätze im Hertie-Haus

Rendsburg 80 Pflegeplätze im Hertie-Haus

Aufatmen nach fast sieben Jahren: Die Hertie-Ruine in der Rendsburger Innenstadt ist verkauft. Investoren aus Nordfriesland und Flensburg unterschrieben am Montag den Kaufvertrag. Das frühere Kaufhaus soll zu einer Pflegeeinrichtung und einen Supermarkt im Erdgeschoss umgebaut werden. Baubeginn: Frühjahr 2017.

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Bürgermeister Pierre Gilgenast (Mitte) bespricht die Pläne für das Hertie-Gebäude mit den Käufern Hermann Höft (v. l.), Matthias Martensen sowie John und Werner Schaffer.

Quelle: Malte Kühl

Rendsburg. „Wir wollen in dem Gebäude ein vollstationäre Pflegeeinrichtung mit rund 80 Plätzen errichten“, erläuterte Investor Hermann Höft am Montag. Der Gebäudekern soll dabei bestehen bleiben. Die Fassaden und die Dachkonstruktion seien jedoch marode und sollen komplett ersetzt werden. Auch ein Teil des Arkadenvorbaus soll verschwinden. Während in den Obergeschossen die Pflegeeinrichtung Platz finden wird, ist für den unteren Bereich ein Supermarkt mit rund 1700 Quadratmetern Fläche geplant. Nach dem Umbau soll das Gebäude deutlich heller wirken als die jetzige Konstruktion, meinte der Investor.

 Hermann Höft ist der Bauspezialist unter den Investoren. Er ist Geschäftsführer eines Flensburger Familienunternehmens in der fünften Generation. Weiterhin sind Matthias Martensen sowie John Schaffer mit an Bord. Martensen betreibt mit seiner Frau zusammen zwei Pflegeheime in Nordfriesland. John Schaffer ist für den kaufmännischen Bereich zuständig.

 „Rendsburg ist der ideale Standort für unser Projekt“, sagte Schaffer. Die Lage entspreche dem Trend, der in der Pflegebranche im Moment gefragt sei: Pflegeeinrichtungen in der Innenstadt, sodass die Bewohner am städtischen Leben teilhaben. Auch sehe er in Rendsburg zukünftig einen Bedarf an Pflegeplätzen.

 Nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags ginge es nun nur noch um Formalien, wie beispielsweise die Nachversicherung des Insolvenzverwalters, die allerdings schon zugesichert worden sei, erläuterte John Schaffer. Die ersten Bauarbeiten sollen dann nach Vorstellungen der Investoren im Frühjahr 2017 beginnen und bis Sommer 2018 abgeschlossen sein. Wie viel die Ruine gekostet hat, durften die Investoren nicht sagen, im Kaufvertrag wurde Stillschweigen vereinbart.

 Ihm seien heute gleich mehrere Steine vom Herzen gefallen, betonte Bürgermeister Pierre Gilgenast. Der Abschluss des Kaufvertrages nehme eine schwere Last von den Schultern der Stadt – insbesondere da es vor eineinhalb Jahren noch geheißen habe, die Wirtschaft werde sich schon kümmern. Dabei seien, bis die Stadt eine aktivere Rolle bei der Vermarktung in Zusammenarbeit mit dem Berliner Sebastian Mogos-Lindemann eingenommen habe, kaum Anfragen dort aufgelaufen, erinnerte der Bürgermeister.

 Seit Ende August 2009 steht das Hertie-Gebäude im Herzen der Rendsburger Altstadt leer. Zunehmend verfiel das Gebäude. Zuletzt war die Bausubstanz so marode, dass Teile der Fassade abbrachen und auf den Gehweg krachten.

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