6 ° / 2 ° Regenschauer

Navigation:
Altkleider kommen stark in Mode

AWR Altkleider kommen stark in Mode

Die Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR) will 2014 die Sammlung von Altkleidern im Kreis weiter ausbauen. Momentan stehen knapp 200 Container in den Städten und Gemeinden. Ende des Jahres sollen es etwa 400 sein. Im Jahr will die AWR so 600 Tonnen an Altkleidern sammeln. Doch ob das Jahresziel erreicht wird, ist unwahrscheinlich.

Voriger Artikel
Immer wieder ist der Keller nass
Nächster Artikel
Zwei Verletzte bei Frontalzusammenstoß

Der AWR-Container in Rendsburg ist klar markiert. Aber wer sammelt in der Nachbarschaft?

Quelle: küh

Rendsburg. „Es wird schwierig, die 600 Tonnen zu sammeln“, sagte AWR-Geschäftsführer Ralph Hohenschurz-Schmidt. Zuviel Konkurrenz sei im Kreisgebiet unterwegs. Das Entsorgungsrecht für Altkleider liege beim Land. Das Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und ländliche Räume (LLUR) ist dafür zuständig. Hier müssen alle Sammlungen angezeigt werden.

Zur Zeit haben, neben der AWR und den karitativen Einrichtungen, etwa 20 andere Unternehmen die Sammlung von Alttextilien im Kreis Rendsburg-Eckernförde angezeigt, sagte Martin Schmidt, Sprecher des LLUR. Sollte ein Unternehmen eine Sammlung anzeigen, so müsste dieses die Art, den Umfang und die Länge angeben.

Zwei Gründe gebe es, eine Sammlung zu untersagen, sagte Schmidt. Zum einen, wenn Zweifel an der Zuverlässigkeit des Unternehmens bestünden. Beispielsweise, wenn die Entsorgung oder Verwertung nicht nachgewiesen werden könne. Zum anderen, wenn die Existenz des öffentlich rechtlichen Entsorgers durch die Sammlung bedroht wäre. „Bei der AWR ist das aber nicht der Fall, da sie vorher noch nicht gesammelt haben“, sagte der LLUR-Sprecher.

„Mit der Rechtsauslegung des LLUR sind wir unzufrieden“, bestätigte der Umweltausschussvorsitzende des Kreises, Reimer Tank (CDU). „Wir gehen davon aus, dass das LLUR seine Rechtsauslegung in Zukunft ändern wird“, sagte der Kreistagsabgeordnete aus Mörel. In Rahmen des Landkreistages sollen in naher Zukunft Gespräche mit dem Ministerium und dem LLUR stattfinden, die bewirken sollen, dass sich die Regelung ändert. So sei das bei neuen Gesetzen. „Zuerst ist es immer eine Auslegungssache“, so Tank.

Gerade der Mangel an Transparenz wird vom AWR-Geschäftsführer kritisiert. Viele entsorgten ihre Textilien auf dem einfachsten Weg. „Zuviel Altkleider landen noch im Restmüll oder beim nächstbesten Container,“ sagte Ralph Hohenschurz-Schmidt. Zu wenige beschäftigten sich ausreichend mit dem Thema.

In direkter Nachbarschaft zu den AWR-Containern befinden sich zahlreiche Sammelbehälter von anderen Entsorgern. Teils weist ein Aufkleber auf eine gemeinnützige Organisation hin, bei anderen nur ein kleiner Sticker auf den eigentlichen Entsorger. Wer genau die Altkleider verwertet bleibt oft unklar.

Im Sommer vergangenen Jahres verklagte der Kreis das DRK, da die Gemeinnützigkeit angezweifelt wurde. Zuwenig Gewinn aus den Alttextilien kam bei dem DRK an. Erst nachdem der Vertrag zwischen DRK und dem Entsorger im November neu zu besseren Konditionen verhandelt wurde, zog der Kreis die Klage zurück.

Etwa 2500 Tonnen Altkleider fallen im Kreisgebiet pro Jahr, laut AWR, an. Der Gesamtwert beträgt etwa 1,25 Millionen Euro. Langfristig wolle die AWR die Hälfte dieser Textilien abschöpfen, sagte Hohenschurz-Schmidt im November. Daher soll in diesem Jahr die Zahl der Container auf 400 aufgestockt werden. Seit dem 1.1.2014 verwertet der Textil-Recycler Wenkhaus aus Hamburg für zwei Jahre die Altkleider der AWR. Der Erlös aus dem Geschäft soll die Abfallpreise in Rendsburg-Eckernförde niedrig halten, sagte Hohenschurz-Schmidt.

Voriger Artikel
Nächster Artikel