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Mülltrennung auf Farsi

Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde Mülltrennung auf Farsi

Recycling ist in Deutschland mittlerweile ein bekannter Begriff. Für Flüchtlinge kann die dafür notwendige Mülltrennung eine erste Kulturbarriere sein. Um dem vorzubeugen, treffen sich regelmäßig Flüchtlinge bei der Abfallwirtschaft Rendsburg-Eckernförde (AWR), um den richtigen Umgang mit Abfall zu lernen.

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Joachim Gerke zeigt Tarek Arabi, wie er Müll trennt. Der Syrer wohnt bereits seit drei Monaten in Rendsburg und mittlerweile in einem Haus mit anderen Mietern.

Quelle: Malte Kühl

Borgstedtfelde. „Müll ist eine Ressource. Deswegen verwerten wir den Müll“, sagte Dozent Joachim Gerke an diesem Mittwochnachmittag. Ein wahres Stimmengewirr der unterschiedlichsten Sprachen ist die Antwort. Mehrere Dolmetscher, etwa für Farsi, Arabisch oder Kurdisch, übersetzten den Vortrag von Gerke gleichzeitig. Aufmerksam folgen die etwa 15 Männer den Übersetzungen.

 Eine der größten Herausforderungen ist die Sprachbarriere. Wenn sie mit fortgeschrittenen Kursen die AWR besuche, komme sie ohne Dolmetscher aus, sagt Aenne Thode. Aber in den Grundkursen sei selbst die Verständigung auf Englisch nicht möglich. Dozent Joachim Gerke bestätigt das. Den meisten Teilnehmern seien Begriffe wie Ressource oder Recycling zu abstrakt. Das erfordere einiges an Aufklärung.

 „Viele Flüchtlinge kennen in ihren Heimatländern keine Mülltrennung“, erläutert Aenne Thode, Dozentin bei der VHS Rendsburger Ring, „für sie ist Müll gleich Müll.“ Bezahlt man dafür, wird er abgeholt, viele sparten sich das Geld und kippten den Abfall einfach auf die Straße. Den Flüchtlingen müsse erläutert werden, dass der Abfall wiederverwendet werden könne.

 Der Unterricht läuft in mehreren Stufen ab. Nach einem Vortrag von Joachim Gerke geht es an eine Schautafel mit Modellen. Hier wird das Vorgetragene veranschaulicht. Abschließend können die Flüchtlinge an einigen Tonnen üben.

 Tarek Arabi hat den Sinn schnell erkannt. Biomüll in die braune Tonne, Papier in die Blaue. Schon vor dem Kurs habe sich der Syrer, der seit drei Monaten in Rendsburg lebt, mit dem Thema befasst. Er wohne mittlerweile in einem Haus mit anderen Mietern, da wolle er natürlich Probleme vermeiden. Mülltrennung falle ihm da leicht.

 Das sei das Ziel des Kurses, sagt Ralph Hohenschurz-Schmidt, Geschäftsführer der AWR, es sei ein größerer Schritt, den Migranten den Sinn der Mülltrennung zu erklären, aber es helfe, späteren Konflikten vorzubeugen. So könnte es zu Streit mit anderen Mietern in einem Haus kommen, wenn der Müll ausschließlich in der grauen Tonne lande und dann eine größere und teurere angeschafft werden müsse, sagt Hohenschurz-Schmidt.

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