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Autor für die Chronik gesucht

Achterwehr Autor für die Chronik gesucht

Quarnbek, Melsdorf, Felde, Westensee: All diese Gemeinden im Umfeld haben ihre Dorfchroniken. Auch in Achterwehr gibt es seit mehr als 20 Jahren eine Gruppe von historisch Interessierten, die emsig Fakten und Fotos zusammengetragen hat. Doch eine Publikation fehlt bisher.

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Arbeiten an der Achterwehrer Chronik: Hans-Jürgen Eisermann (links) und Arno Beyer. Das zusammengetragene Wissen füllt viele Aktenordner.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr.  Gesucht wird jemand, der Lust hat, die Chronik oder auch nur einzelne Themen zu schreiben.

 Arno Beyer und Hans-Jürgen Eisermann stehen im Achterwehrer Feuerwehrgebäude vor einer großen Wand mit Ordnern. In ihnen lagert das Wissen über die Gemeinde, die erst 1928 durch die Auflösung der alten Gutsbezirke entstand. Bis dahin prägten die Güter Hohenschulen und Marutendorf das Leben. „Achterwehr war nur eine Ortschaft im Gut Hohenschulen“, sagt Arno Beyer. Aber natürlich ist der Name Achterwehr viel älter. „1375 taucht er zum ersten Mal im Lübecker Stadtbuch auf“, weiß er. Bei dem Eintrag ging es nicht um das Dorf selbst, sondern um das gerade verkaufte Gut Nordsee, das plattdeutsch als „trom achterwehre“ (hinter dem Wehr) beschrieben wurde. Der heutige Ortsteil Schönwohld fand bereits 1268 im Kieler Stadtbuch Erwähnung, Marutendorf zwei Jahre später in der gleichen Quelle.

 Alt-Bürgermeister Christoph Stadelbauer löste das Chronik-Fieber 1994 nach dem Ende seiner Amtszeit aus. Bald darauf wurde unter der Regie von Gerd Schreiber ein Arbeitskreis ins Leben gerufen, in dem auch Hans-Jürgen Eisermann früh mit von der Partie war. Arno Beyer stürzte sich als Schönwohlder Feuerwehrchef auf die Geschichte der Gutswehren. Heike Horn dokumentierte alte Gebäude auf aktuellen Fotos. Gerd Hertz-Kleptow half, die altdeutschen Texte zu übersetzen, und Ingrid Kläschen wertete die Schönwohlder Schulchronik aus, die Mitte des 18. Jahrhunderts begonnen und 1971 geschlossen wurde.

 Über vieles aus alter Zeit hat die Geschichte den Mantel des Vergessens gelegt. Damit dies nicht auch mit der noch erinnerbaren frühen Gegenwart geschieht, befragten Mitglieder des Arbeitskreises Zeitzeugen, zum Beispiel über die Lagerschule auf dem Sehberg und die in Achterwehr lebenden Vertriebenen. Auch die Geschichte der bis auf 1901 zurückgehenden Kiesgruben ist erhellt.

 „Vom Wasser- und Schifffahrtsamt haben wir alte Pläne des Achterwehrer Schifffahrtskanal bekommen“, sagt Beyer und fügt hinzu: „1968 steuerten noch 30 Lastkähne im Jahr den Speicher an, um Getreide abzuholen.“ Diese Bundeswasserstraße verbindet seit 1913 die Eider mit dem Nord-Ostsee-Kanal. Seit der Schließung der maroden Schleuse Strohbrück versandet der Stichkanal zunehmend. „Früher kamen Ausflugsdampfer von Kiel und Rendsburg bis nach Achterwehr“, erinnert sich Beyer, dessen Familie seit 1811 in Schönwohld nachweisbar ist.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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