23 ° / 12 ° Regenschauer

Navigation:
Aco legt Formel 1 trocken

Büdelsdorf Aco legt Formel 1 trocken

Nach Sotschi in Russland, Austin in Texas und Hockenheim jetzt Mexiko City: Wieder entwässert Aco aus Büdelsdorf eine Formel-1-Rennstrecke. Der Grand Prix auf der 4,4 Kilometer langen Piste startet am 1. November. Zehn Kilometer Aco-Rinnen sind dann verbaut.

Voriger Artikel
Schüchterne Bienen und pfiffige Vögel
Nächster Artikel
Frachtersafari auf der Kieler Förde

Die neue Formel-1-Strecke in Mexiko ist im Bau. Der Graben für die Entwässerungsrinnen ist schon vorbereitet.

Quelle: Aco Mexiko

Büdelsdorf. 23 Jahre lang war Formel-1-Pause in Mexiko. Das letzte Rennen gewann dort der legendäre Nigel Mansell 1992. Zurzeit entsteht vor den Toren der 22-Millionen-Einwohner-Metropole eine neue Rennstrecke. Wenn am 1. November um 21 Uhr MEZ das Rennen startet, fiebert Brunhild Schmidtke vor dem Fernseher mit.

Sie ist Diplom-Ingenieurin bei der Büdelsdorfer Firma Aco. Ihre Arbeit trägt entscheidend dazu bei, dass die Strecke bei Regengüssen schnell wieder trocken ist. „Ich bin die Schnittstelle zwischen dem Planer und den lokalen Aco-Gesellschaften“, sagt sie. „Ich fliege auch zu den Baustellen und bin vor Ort. Vielleicht auch nach Mexiko.“

Liegen die Rinnen richtig? Sind sie groß genug? Das können Fragen sein, die die Ingenieurin dann umtreiben. „Die Rinnen müssen die Strecke superschnell entwässern.“ So darf bei einem Regenguss kein Wasser von einer Auslaufzone zurück auf die Bahn laufen. Und: „Haarnadelkurven sind eine große Herausforderung.“ In Mexiko gebe es fünf enge Kehren. Aco lassen die Rinnen dafür extra zuschneiden.

Rund zehn Kilometer lang ist das Entwässerungssystem in Mexiko. Das Gesamtgewicht der Rinnen aus kunstharzgebundenem Beton schätzt Brunhild Schmidtke auf 400 Tonnen. Den Großteil liefert der Aco-Standort in Arizona, sagt Julia Barke, Assistentin der Geschäftsführung in Büdelsdorf. Ein kleinerer Teil komme aus der Niederlassung im fränkischen Reith bei Bad Kissingen. Die Formen für die 40 Kilo schweren Einzelteile aber stammen aus Büdelsdorf. „Es ist das gleiche Produkt wie in Sotschi“, sagt Brunhild Schmidtke. „PD 100“ heißt die Rinne.

Sotschi und Mexiko City: Die Herausforderungen auf beiden Strecken ähneln sich. In Russland ließ das Unternehmen die Rinnen auf einem instabilen Boden mit hohem Grundwasserspiegel verlegen. In Mexiko führt die Strecke über den ausgetrockneten Aztekensee. Der schlammige Untergrund sackt jährlich etwa drei Zentimeter ab. Der Bau der Rennstrecke hat im April begonnen, sagt Julia Barke.

Diplom-Ingenieurin Brunhild Schmidtke ist seit 1998 vom Formel-1-Fieber infiziert, seit Aco zunächst den Nürburgring und danach den Hockenheimring entwässerte. „Seitdem sehe ich das natürlich mit anderen Augen.“ Wenn die Boliden über die Strecke mit den Büdelsdorfer Rinnen heizen, „schaut die Welt hin“, sagt sie.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

THW-Liveticker!

Alle THW-Spiele live
online verfolgen. Mit
dem THW-Liveticker

Eckernförder Bucht

Schiffspositionen in
der Eckernförder Bucht,
dem NOK & der Ostsee

Anzeige