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Über den Geschmackstest verführt

Äpfel aus Langwedel Über den Geschmackstest verführt

„Apfelschätze aus Langwedels Gärten“ heißt der Apfel-Probier-Tag, der am 24. September zum ersten Mal im Dorf ausgerichtet wird. Jeder Apfelbaumbesitzer kann seine Früchte mitbringen, andere probieren und Triebe anderer Sorten tauschen. Das Ziel: alte und heimische Sorten erhalten.

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Bei Eckhard Schwartz (52) dreht sich im Garten viel um Äpfel. Die Äste seines Holsteiner-Cox-Baums hängen tief unter der Last der schweren Früchte.

Quelle: Beate König

Langwedel. Geschmack entdecken, ihn im besten Fall mögen und dann auch noch für die Region erhalten: Darum geht es bei dem Nachmittag „Apfelschätze aus Langwedels Gärten“ am 24. September. Dieser Probier-Tag rund ums paradiesische Obst gehört zu einer neuen Reihe des örtlichen Kultur- und Museumsvereins, deren Motor Apfelfreund Eckhard Schwartz ist.

Für den Blocksdorfer ist der Erhalt von alten, klimatisch an die Region angepassten Apfelsorten eine Herzensangelegenheit. „Äpfel sind ein Hobby von mir.“ Das zeigt die Baumvielfalt in seinem Garten: Ernten kann der 52-Jährige eimerweise James Grieve – „Den mögen die Kinder, weil er nach dem Aufschneiden nicht braun wird.“ – den gut lagerbaren, Holsteiner Cox, dazu den 2015 vom Pomologen-Verband ausgezeichneten Nutzafpel Horneburger Pfannkuchen.

Dem Apfelkenner geht es bei dem Probier-Tag nicht vornehmlich um das Vorstellen von historischen Sorten. Es geht insbesondere um den Erhalt der Sortenvielfalt. „In Schleswig-Holstein gibt 1700 registrierte, dazu noch lokale Sorten“, sagt Schwartz.

20 Sorten hat er bereits auf Lager. Das Gut Manhagen hat dem Verein vier überlassen, dazu gibt es von der alten Obstbaumwiese in Neumünster eine Auswahl. Um möglichst viele Äpfel, die in der Region gut gedeihen, kennen zu lernen, hofft der Verein außerdem auf kräftige Unterstützung von Apfelbaumbesitzern aus dem Ort. „Bringen Sie Favoriten aus Ihrem Garten zum Testen vorbei“, ruft Schwartz andere Apfelbaumbesitzer auf. Wenn Besuchern die Äpfel schmecken, können untereinander Triebe ausgetauscht werden.

Mit Aromen zwischen feiner Säure und saftiger Süße, mit edlem Rosenduft, zartem oder festem Fruchtfleisch kommen die lokalen Größen gegen die Früchte der Baumarkt-Bäumchen mit klingenden Namen, oft aber enttäuschenden Ernteergebnissen und Einheitsgeschmack garantiert an.

Am 12. November ist für Wintersorten ein zweites Treffen geplant. Im nächsten Frühjahr macht der Verein einen Veredelungskursus. Dabei wird gelernt, wie ein Edelreis eines Baums, von dem der Favorit des Geschmackstests stammt, am Obstbaum im eigenen Garten angesetzt wird. Dann reifen nach zwei bis drei Jahren die ersten Früchte.

„Apfelschätze aus Langwedels Gärten“: Sonnabend, 24. September, ab 14 Uhr, Schoolkat, Nortorfer Straße 5. Apfelspenden unter Tel. 04329/1042 anmelden.

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