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Das ganze Dorf putzt

Aktion "Sauberes SH" Das ganze Dorf putzt

Jung und Alt starteten am Sonnabend in den verschiedensten Gemeinden den großen Dorfputz. Gleich Säckeweise wurde der Müll von Wegen, aus Gräben und von Spielplätzen gesammelt. Auch Flüchtlinge halfen dabei, die Dörfer wieder sauber zu bekommen.

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Bordesholm/Rumohr/Melsdorf/Quarnbek. „In Bordesholm ist der letzte Dorfputz schon drei Jahre her“, erinnerte Ilse Schmadtke vom Bauamt. Vor zwei Jahren wurde abgesagt, weil zu viel Schnee lag, im vergangenen Jahr hätten sich nur 15 Menschen angemeldet, das sei zu wenig gewesen. Doch punkt 9 Uhr standen am Sonnabend gut 50 Bordesholmer auf dem Schulhof, bewaffnet mit Tüten, selbstgebauten Müllspickern aus einer Latte und einem Nagel und jeder Menge Motivation, auch den letzten Dreck aus den Büschen zu klauben.

Das sind die Bilder zum Frühjahrsputz im Rahmen der Aktion "Sauberes Schleswig-Holstein".

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„Nachdem es nicht mehr lief, haben wir die Initiative praktischer Naturschutz gegründet und das ganze in die Hand genommen“, sagte Helmut Tiede. Nicht nur die Jugendfeuerwehr war mit im Boot, auch die Lebenshilfe Bordesholm und sieben Flüchtlinge aus Eritrea traten an, um dem Weggeworfenen den Garaus zu machen. „Bordesholm ist unser Zuhause. Da ist doch klar, dass wir helfen“, sagte Yibrah, während Taschentücher oder Zigarettenpackungen in seinem Müllbeutel landeten. „Die Menschen hier haben und sehr viel geholfen, da möchten wir auch etwas zurückgeben“, erklärte Filimone beim Sammeln an der Kieler Straße.

Rumohr war immer mit dabei

Auch in Rumohr war die Beteiligung groß. Mit Hunden und Pferden kamen die Müllsammler zum Startpunkt am Feuerwehrhaus. „Hier wird bei jedem Wetter gesammelt, es gab nicht ein Jahr, in dem wir ausgesetzt haben“, sagte Bürgermeister Thomas Langmaak. Er war beim Start schon gespannt darauf, was wieder Kurioses in den Tüten landet.

Einen zehn Kubikmeter großen Container wollten die gut 50 Melsdorfer füllen. In acht Sammelgebiete war das Dorf eingeteilt. „Ich habe neulich vom Rad aus gesehen, wieviel Müll in der Rendsburger Landstraße liegt, da ist doch klar, dass ich dabei bin“, sagte Ute Hoffmann. Auch Bruno (6), Pelle (6), Emily (7), Silas (6) und Linn (5) nutzen auf den ersten Metern schon ihre Greifer. Taschentücher, Getränkekartons und vieles mehr landete in ihrer Tüte. „Am meisten freue ich mich auf die Pommes und Bratwurst, die es am Ende gibt“, verriet Emily, während sie ihre Tüte weiter füllte.

Erwin Junker, der mit Ali aus Syrien vor dem Gut Quarnbek unterwegs war, konnte nur mit dem Kopf schütteln. „Auf knapp einen Kilometer haben wir nur an einer Straßenseite drei Tüten Müll eingesammelt.“ Er findet den Frühlingsputz wichtig. „Ohne sehe es hier richtig schlimm aus“, sagte er, während zum wiederholten Mal eine Radkappe in seiner Tüte landete. Die vollen Tüten in Quarnbek warten jetzt an der Bushaltestelle auf Abholung, bevor sie fachgerecht entsorgt werden.

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