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Osdorf verliert seine „Backhaus“-Filiale

Am 24. Januar ist Schluss Osdorf verliert seine „Backhaus“-Filiale

Die Osdorfer Filiale des Gettorfer Backhauses von Jürgen Johannsen wird am 24. Januar geschlossen. „Das tut uns sehr, sehr weh“, sagte Bürgermeister Jochen Iwers (WgO) am Montag den KN. Der Entschluss, die vor zwölf Jahren eröffnete Filiale in Osdorf zu schließen, sei ihm nicht leicht gefallen, versicherte Johannsen – „zumal sie einen guten Zuspruch hatte“.

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Aus nach zwölf Jahren: Margit Sönksen bedient die Kundinnen (v.li.) Ursula Schlüter und Cäcilie Bargholz. Die Osdorfer Filiale des Gettorfer Backhauses wird in knapp zwei Wochen geschlossen.

Quelle: Burkhard Kitzelmann

Osdorf. Johannsen verwies auf die vor einem Jahr eingeweihte Backhaus-Zentrale im Gettorfer Gewerbegebiet und die damit verbundene Verlagerung von Kundenströmen. „Die schnelle Erreichbarkeit, die Parkmöglichkeiten und wohl auch das große Warenangebot in direktem Sichtkontakt mit den im Hintergrund arbeitenden Bäckern mögen hierfür der Grund sein“, so Johannsen in einem Schreiben an seine Osdorfer Kunden. Von der Einrichtung her sei die Filiale nicht mehr zeitgemäß. Es hätte in eine Modernisierung investiert werden müssen. Dies wäre nach Ansicht des Kaufmanns „wirtschaftlich nicht darstellbar“ gewesen. Entlassungen werde es im Zusammenhang mit der Osdorfer Filialschließung nicht geben. Die dortigen Angestellten hätten die Möglichkeit, in Gettorf weiterzuarbeiten. Margit Sönksen, die von Anfang an in Osdorf als Verkäuferin tätig war, geht nach eigenen Angaben in den Ruhestand.

Ob Bäckerei Sörensen, Fleischerei Siemsen oder Edeka-Markt Hamann – mit den anderen Kaufleuten in Osdorf habe es immer ein gutes und faires Miteinander gegeben, so Jürgen Johannsen. Er hoffe, dass sich durch die Schließung seiner Filiale die Nahversorgung im Ort noch stabilisiert.

„Ja, es gab ein gutes Miteinander“, meint auch Ellen Sörensen von der Bäckerei Sörensen. Sie und ihr Mann Rainer seien für die Zukunft gut aufgestellt. Das Filialnetz mit einst bis zu 17 Außenstellen sei in den vergangenen Jahren komplett heruntergefahren worden, um sich ganz auf der Hauptgeschäft in Osdorf und auf die Belieferung von Gaststätten und Alten- und Pflegeheimen zu konzentrieren. „Eine gute und richtige Entscheidung“, ist Ellen Sörensen überzeugt. Für sie besonders erfreulich: „Es kommen nicht nur Kunden aus Gettorf, sondern sogar aus Eckernförde und Kiel zu uns.“ Wie sich die Schließung der Backhaus-Filiale auf den Einzelhandel im Ortszentrum auswirkt, sei schwer vorauszusagen, meint Brigitte Siemsen von der Fleischerei Siemsen. „Das entscheidet der Kunde.“ Die Entscheidung von Jürgen Johannsen könne sie verstehen. Um heute Erfolg zu haben, müsse man mit der Zeit gehen. Das Osdorfer Familienunternehmen tue dies. Brigitte Siemsen verwies auf den 2015 fertiggestellten Anbau für den Mittagstisch, der „sehr gut angenommen“ werde, und auf die Möglichkeit, in der Fleischerei zu frühstücken. „Wir werden gezielt von Kunden aus dem nördlichen Kieler Umland und auch aus Eckernförde angefahren“, so die Osdorferin.

Obwohl dort neben Backwaren auch andere Lebensmittel verkauft wurden, bedauern Wilfried und Ilse Haman vom Edeka-Markt am Weberberg die Schließung der Backhaus-Filiale und denken dabei vor allem an ältere Leute. Und wie sieht es mit der Zukunft für ihren eigenen Laden aus? Ilse Hamann ist immerhin schon 80, ihr Mann Mitte 70. „Es gibt Hoffnung, dass sich eine Nachfolgelösung für den Laden findet, wenn wir aufhören“, so Wilfried Hamann.

Mit Jürgen Johannsen verliert Ursula Schlüter einen langjährigen Mieter. Sie hofft, für den Laden an den Hauptstraße schnell einen neuen Mieter zu finden – „gern wieder eine Bäckerei“.

Trotz der aus seiner Sicht bedauerlichen Schließung der Filiale habe Osdorf noch eine relativ gute Nahversorgung, meint Bürgermeister Iwers. Mit der Einführung eines Senioren-Fahrdienstes sei zudem ein Beitrag dazu geleistet worden, die Mobilität von älteren Menschen zu erhalten. Der Fahrdienst werde bisher sehr gut angenommen.

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Burkhard Kitzelmann
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