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Bagger graben in der Idylle

Krummwisch Bagger graben in der Idylle

Am Anfang des Jahres wurde gerodet, jetzt greifen die Baggerschaufeln tief in Boden und Seegrund. Am Flemhuder See in Groß Nordsee haben zwei Firmen im Auftrag der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung mit den Vorbereitungen für den geplanten Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals begonnen. Sorgen bereitet nicht nur der viele Regen – im Untergrund wird auch Explosives aus der Kriegszeit vermutet.

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In Groß Nordsee am Flemhuder See haben die Vorbereitungen für den Ausbau des Nord-Ostsee-Kanals begonnen.

Quelle: Torsten Müller

Krummwisch. Die Seeidylle ist dahin, die Uferlandschaft kahl. An der ehemaligen Ölpier stapeln sich 10000 Kubikmeter Baumstämme und Grünschnitt, seit einer Woche modellieren Bagger einen großen Lagerplatz. „Hier sollen verschiedene Materialien zwischengelagert werden“, sagt Matthias Dibbern, Schachtmeister der Firma SAW. Wenn der Kanalausbau beginnt, bietet die Fläche auch Platz für die vielen Steine der Uferbefestigung.

 Nach Ostern beginnt das Schreddern des Grünschnitts. Es muss bis zur Fertigstellung der 1,5 Kilometer langen Baustraße, die die Verbindung zum Strohweg herstellt, auf dem Umschlagplatz abgelagert werden. Die Trasse für Lastwagen, die voraussichtlich zum Winter befahrbar ist, wurde bereits mit Amphibienschutzzäunen ausgestattet. Über diesen Weg rollen dann auch die Container-Fahrzeuge, die den Schutt der noch abzureißenden ehemaligen Ölwärmehalle abtransportieren.

 „Zehn Meter vom See landeinwärts herrscht Munitionsverdacht“, sagt der Schachtmeister am künftigen 200 Meter langen Anleger. Der Bagger ist mit einem speziellen Splitterschutz ausgerüstet, falls es beim Graben zu einer Detonation kommt. Damit das gar nicht erst passieren kann, überwacht ein Fachmann mit einer Sonde den Fortgang der Arbeiten.

 Auf Schuten postierte Bagger sind bereits auf dem Flemhuder See im Einsatz. Sie baggern die Fahrrinne aus und verlagern zwei störende Steininseln. Nach Angaben von Niels Böge, Bauleiter des Wasser- und Schifffahrtsamtes Kiel-Holtenau, geht es um insgesamt 55000 Kubikmeter Boden. Auch bei diesen Arbeiten muss mit Blindgängern gerechnet werden – und möglicherweise mit dem Ostseeschnäpel, einem aus der vorpommerschen Boddenlandschaft stammenden Lachsfisch, der zum Laichen in flache Gewässer vordringt. „Es gibt ein Monitoring, aber Fischlarven wurden noch nicht gefunden“, bestätigt Böge.

 Die Gemeinde Krummwisch untersagt das Befahren der bisher einzigen Zufahrt, der Straße Am See, mit Fahrzeugen über 7,5 Tonnen. Sie befürchtet Beschädigungen der Fahrbahn. Die Firma SAW hofft jedoch, für die Zeit bis zur Fertigstellung der Baustraße einen Sondernutzungsvertrag mit der Gemeinde abschließen zu können. Es geht um etwa 30 Querungen in acht Monaten. „Die Fahrzeuge sind nicht schwerer als die Müllwagen zum Anglerheim“, sagt Tim Hübener, Bauleiter der SAW.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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