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Freie Schulwahl birgt auch Probleme

Amt Achterwehr Freie Schulwahl birgt auch Probleme

Gute Nachrichten von den drei Grundschulen im Amt Achterwehr: Sie boomen oder können ihre Kinderzahl im kommenden Jahr halten. Die Beliebtheit offenbart in Bredenbek aber auch eine schwierige Seite der freien Schulwahl. Wahrscheinlich können nicht alle Kinder aufgenommen werden.

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Beliebtheit schafft ein Problem: Möglicherweise kann die Grundschule Bredenbek nicht alle Erstklässler aufnehmen.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. „Wir müssen wohl erstmals Schüler abweisen“, berichtete Bredenbeks Rektorin Swantje Peters am Montag im Schulausschuss des Amtes.

Derzeit sieht es so aus, als wenn es in Bredenbek mehr als 30 Anmeldungen für die neue erste Klasse geben könnte. Ob es bis zum Sommer so bleibt, ist ungewiss. Bei den Anmeldungen gibt es immer Veränderungen. Sollte es aber tatsächlich so sein, müsste die Schule handeln. „Die Klasse ist auf 28 Schüler begrenzt“, sagte Peters. So hat es das Schulamt festgelegt. Für den Fall eines Überhangs gibt es einen von der Schulkonferenz festgelegten Kriterienkatalog: Danach können Geschwisterkinder und Kinder mit geringeren Fahrzeiten punkten.

Die möglichen Konsequenzen sorgten im Ausschuss allerdings für Staunen und Unmut: Kinder aus Bovenau könnten die Nase vorn haben, während Kinder aus Krummwisch das Nachsehen hätten. „Darüber müssen wir noch mal reden“, warf Vorsitzender Klaus Langer (Grüne), Quarnbeks Bürgermeister, ein. Ihm missfiel die Benachteiligung von Nachwuchs einer amtseigenen Gemeinde. Auch Adolf Dibbern (CDU), Westensees Bürgermeister, hatte dafür kein Verständnis.

Antje Steines, Rektorin der Felder Grundschule, wies auf das durch das Schulgesetz verbriefte Elternrecht der freien Schulwahl hin: „Es gibt keine zuständige Schule mehr.“ Anmeldungen von Kindern könnten nicht abgelehnt werden, nur bei Kapazitätsgrenzen, aber auch dann unabhängig von dem jeweiligen Wohnort. „Eltern können ihre Kinder jeden Morgen nach Köln fahren“, verdeutlichte Peters die Situation. Die freie Schulwahl bereitet auch anderen Schulträgern Sorge.

Die Gemeinde Kronshagen denkt daher aktuell darüber nach, die beiden Grundschulen zu fusionieren – mit Auswirkungen auf Nachbarschulen. Sabine Simon, Rektorin der Regenbogenschule, berichtete, dass Kronshagener Eltern ihre Kindern wegen der möglichen Fusion am Standort Melsdorf anmelden wollen. Der Vorsitzende machte deutlich, dass man auf das „Rumgezicke“ in Kronshagen nicht eingehen solle.

Über Zuspruch kann die Regenbogenschule derzeit nicht klagen: Die Gesamtschülerzahl steigt laut der Anmeldungen auf 191 (Vorjahr 176). Melsdorf profitiert von der freien Schulwahl. „Die Kinder aus Kiel-Mettenhof sichern den Schulstandort“, so Langer. Ohne sie würde die künftige erste Klasse nur 14 Kinder haben.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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