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Asyl-Unterkunft neben Kindergarten geplant

Felde Asyl-Unterkunft neben Kindergarten geplant

Amt Achterwehr will die Unterkunft für Asylbewerber in Jägerslust erweitern. Die Bürger werden an der Entscheidung nicht beteiligt. Anwohner befürchten an dem Standort Isolation und Ghettobildung. Auch die Eltern des nahen Waldkindergartens sind beunruhigt.

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Leben mit den Jahreszeiten in freier Natur: Eltern der Waldkinder in Jägerslust machen sich Sorgen über den Bau von zwei Reihenhäusern für Asylbewerber in unmittelbarer Nähe. Sie befürchten den Verlust naturnaher Umgebung.

Quelle: Torsten Müller

Felde. Felde. Zum Finale volles Haus in Felde: Die Stühle reichten in der letzten Gemeindevertretung gar nicht aus – wegen der drohenden Auflösung? Weit gefehlt. Anwohner aus der Siedlung Jägerslust sind verärgert, weil das Amt Achterwehr eine Erweiterung der Asylbewerber-Unterkunft plant, ohne sie zu beteiligen.

 „Jägerslust liegt abgelegen und hat eine ungünstige Anbindung ans Verkehrsnetz“, sagte Boris Bartusch, Sprecher der Anwohner. Die zentrale Unterbringung fördere Isolation und Ghettobildung. Nach seiner Ansicht besteht bereits jetzt ein soziales Ungleichgewicht: Neben den etwa 25 Anwohnern lebten 60 Flüchtlinge – überwiegend junge Männer, die keine Möglichkeit hätten, über den Sportverein in Kontakt mit den Feldern zu kommen. „Durch den geplanten Neubau für 64 Personen wird dieses Ungleichgewicht noch deutlich erhöht“, betonte er.

 „Wir haben einfach Angst. Wir werden gar nicht gefragt“, entrüstete sich ein Anwohner. In Unruhe sind auch Eltern der insgesamt 18 Kinder des seit 2000 in Jägerslust auf amtseigenen Gelände angesiedelten Waldkindergartens. Wie berichtet, will das Amt in unmittelbarer Nachbarschaft zwei Reihenhäuser errichten. Julia Hansen berichtete, dass die Eltern an Amt und Gemeinde geschrieben, aber keine Auskunft erhalten hätten.

 „Ich kann ihre Argumente gut nachvollziehen, aber die Gemeinde ist nicht Ansprechpartner“, sagte Beauftragter Jürgen Harders. Amtsdirektor Hans-Werner Grewin ist bis Februar im Urlaub. Harders berichtete, dass er das gemeindliche Einvernehmen zu einer Bauvoranfrage des Amtes erteilt und dies zuvor mit den Fraktionsspitzen abgestimmt habe. Petra Paulsen (SPD) wies darauf hin, dass das Amt der Aufforderung, eine Einwohnerversammlung abzuhalten, nicht nachgekommen sei. Der Gemeinde sei es aber gelungen, die ursprünglichen Pläne zu reduzieren. Bernd-Uwe Kracht (WF) sprach von Neubauten für 150 Personen und wies aber auch auf die Not des Amtes hin, immer mehr Flüchtlinge unterbringen zu müssen. Deshalb habe die Gemeinde darauf verzichtet, einen B-Plan aufzustellen: „Das hätte den Bau um ein Jahr verzögert.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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