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Zentral statt dezentral: Amt setzt auf Großunterkünfte

Achterwehr Zentral statt dezentral: Amt setzt auf Großunterkünfte

Bisher war es politischer Wille im Amt Achterwehr, Flüchtlinge dezentral in Wohnungen unterzubringen. Nun geht die Entwicklung genau in die andere Richtung: Um Mietkosten zu sparen, sollen Asylbewerber sukzessive in das Hotel Falkenhof in Brux und den Felder Seegarten verlagert werden.

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Auch in diesem Haus in Ottendorf hat das Amt Achterwehr Flüchtlinge untergebracht. Dort leben derzeit acht Syrer. Sie könnten in den Falkenhof in Brux verlagert werden.

Quelle: Torsten Müller

Achterwehr. Im Amtsausschuss erinnerte Bernd-Uwe Kracht (WF) aus Felde an die hohen Kosten, die das Amt für die Anmietung der großen Liegenschaften zahlen muss. Nach seiner Schätzung kommen durch die Mietverträge mit einer Laufzeit von vier Jahren Zahlungsverpflichtungen von insgesamt etwa 1,3 Millionen Euro auf das Amt zu.

 „Das ist eine verdammt hohe Summe und eine erhebliche Belastung für die acht Gemeinden“, sagte Kracht. Er räumte ein, dass das Amt die Verträge in einer Notlage abgeschlossen habe. Wie berichtet, war es Ende vergangenen Jahres mit plötzlichen Zuweisungen von Flüchtlingen konfrontiert, ohne freie Unterkünfte für die Neuankömmlinge zu haben. Dennoch sieht Kracht Handlungsbedarf: Um Kosten zu sparen, forderte er, die mit Privatleuten geschlossenen Verträge für Mietwohnungen zu kündigen und die Asylbewerber in den kostenträchtigen Großliegenschaften unterzubringen.

 Doch dieser Vorstoß prallt auf Ablehnung bei den Flüchtlingsinitiativen. Sie fürchten um die Integration der von ihnen betreuten Menschen – gerade bei einer so abgelegenen Liegenschaft wie dem Falkenhof in Brux. Die Amtsverwaltung sieht derzeit aber nur diese Lösung. Sie ist bereits dabei, ein Umsetzungskonzept zu entwickeln. Derzeit sind 141 Menschen an 20 verschiedenen Standorten im Amtsbereich untergebracht.

 „Wir müssen uns von den sinnvollen dezentralen Einrichtungen trennen, um die finanzielle Belastung zu minimieren – das ist eigentlich nicht das, was wir wollen“, sagt Amtsdirektor Hans-Werner Grewin. Im Blick hat er mittelgroße Unterkünfte, wie etwa ein Wohnhaus in Ottendorf, in dem derzeit acht Syrer untergebracht sind. Ob auch der gerade erst vom Amt möblierte Reimer’sche Hof in Bredenbek dazu gehört, ist derzeit noch offen.

 „Es darf keine Denkverbote geben“, fordert Grewin. Allerdings müsse bei der Umsetzung auf Nationalitäten geachtet werden; zudem sollten fest integrierte Familien und solche mit schulpflichtigen Kindern nicht in den Falkenhof verlegt werden. Die Entscheidung fällt im nächsten Amtsausschuss. Auch von der amtseigenen Liegenschaft in Felde-Jägerlust sollen Flüchtlinge verlagert werden, damit die in der Kritik stehenden Unterkünfte renoviert werden können.

 Amtsvorsteher Detlef Ufert (SPD) sieht Ämter und Kommunen als Leidtragende: „Wir waren gesetzlich gezwungen, Unterkünfte zu schaffen, bleiben nun aber auf den Kosten sitzen, weil die Flüchtlingszahlen zurückgegangen sind.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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