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Flüchtlingskinder: Amt zahlt Betreuung

Bordesholm Flüchtlingskinder: Amt zahlt Betreuung

Einstimmig bei einer Enthaltung hat der Hauptausschuss des Amtes Bordesholm empfohlen, die Unterbringung von Flüchtlingskindern in Kitas und Schulen über das Amt zu finanzieren. Aktuell wird mit Kosten von rund 125000 Euro gerechnet – Tendenz steigend.

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In der Kita Birkenweg spielen noch keine Kinder von Zuwanderern. Viele Steppkes aus Syrien oder dem Irak haben aber einen Rechtsanspruch auf einen Platz.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Mit handschriftlichen Notizen wurden die Bürgermeister und Vertreter der 14 Amtsgemeinden am Dienstag über tagesaktuelle Zahlen informiert. Danach machen die bis zu sechs Jahre alten Kinder mit 37 Steppkes den Löwenanteil des Nachwuchses von Flüchtlingen aus. Weiterhin leben zwölf Jungen und Mädchen im Grundschulalter sowie 20 Kinder und Jugendliche ab der fünften Klasse aufwärts in der Region. In einer ersten Fassung wurden alle Heranwachsenden aus Kriegs- und Krisengebieten mit den anfallenden Schul- und Kitakosten gelistet, die Summe ergab Ausgaben von mehr als 200000 Euro. Die jetzt gebilligte Vorlage umfasst aber nur die 37 Kinder und Jugendlichen, die derzeit betreut oder unterrichtet werden und deren Aufenthaltsstatus offen ist.

 „Wir übernehmen die Kosten so lange, bis sie anerkannt sind, denn dann können die Familien ziehen, wohin sie wollen“, erklärte Amtsdirektor Heinrich Lembrecht. Stimmt auch der Amtsausschuss zu, soll die Kostenübernahme ab diesem Jahr gelten. Landesweit gehört das Amt damit zu den Vorreitern, ähnliche Regelungen wollen die Ämter Hüttener Berge sowie Bad Bramstedt auf den Weg bringen. „Mit beiden Ämtern stehen wir in Kontakt“, so Lembrecht. Zentraler Grund der Kostenübernahme ist, dass die finanziellen Lasten auf alle Gemeinden verteilt werden sollen. Bislang zahlen die jeweiligen Wohnorte der Asylbewerber die Kosten, die pro Jahr von 2100 Euro pro Schulplatz bis zu 6468 Euro für einen Kleinkindplatz reichen.

 In Bordesholm und Wattenbek wohnen 202 der aktuell 242 Flüchtlinge, der Rest verteilt sich auf Brügge (19), Grevenkrug (14), Schönbek (5) sowie Sören (2). Das Amt geht in puncto Übernahme von Schul- und Kitakosten aber von steigenden Zahlen aus. Kamen bis vergangenen Herbst überwiegend Einzelpersonen, suchen seitdem mehrheitlich Familien mit Kindern Asyl im Raum Bordesholm. Lembrecht: „Wir rechnen damit, dass dieser Trend anhält.“ Außerdem vergehen in den Anerkennungsverfahren oft Jahre bis zu einer Entscheidung.

 Ob wegen der zusätzlichen Ausgaben auch die Amtsumlage erhöht werden muss, soll erst im Herbst entschieden werden.

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