21 ° / 12 ° wolkig

Navigation:
Viel Glas an der Fassade

Geplante Flüchtlingsunterkunft Viel Glas an der Fassade

Mit viel Glas und im Baukastensystem soll die Unterkunft für 80 Flüchtlinge am Nord-Ostsee-Kanal am Rand von Osterrönfeld entstehen. Martin Jubelt von der BCS GmbH in Rendsburg hat jetzt Pläne erstmals öffentlich gezeigt. Bauherr ist das Amt Eiderkanal. Jubelt hat Erfahrung in der Planung von Flüchtlingscamps.

Voriger Artikel
Herde adoptiert junges Wildschwein
Nächster Artikel
Wohnungen werden knapp

Viel Glas im Baukastensystem: So soll die zweigeschossige Unterkunft für Flüchtlinge zwischen Norla und Nord-Ostsee-Kanal aussehen.

Quelle: BCS GmbH

Osterrönfeld. Rund 50 Besucher aus Osterrönfeld, Rendsburg-Süd und Westerrönfeld waren am Mittwochabend in den versteckt liegenden Saal auf dem Deula-Gelände gekommen. Sie wollten wissen, wie die geplante Unterkunft für Flüchtlinge zwischen Norla-Gelände und Nord-Ostsee-Kanal am Ortsrand von Osterrönfeld aussehen soll. Dort steht jetzt ein Haus für Obdachlose. Es wird abgerissen, sagte Raimer Kläschen, der Amtsvorsteher. Die Obdachlosen bekommen nach Angaben des Amts neue Wohnungen.

Kläschens Botschaft zur geplanten Unterkunft für Flüchtlinge: „Wir jammern nicht. Wir müssen das machen. Je besser wir das machen, desto weniger Konfliktpotenzial gibt es.“ Es gab an dem Abend Zuspruch aber auch heftige Kritik.

Die BCS GmbH, die ihren Sitz am Paradeplatz in Rendsburg hat, soll das zweigeschossige Haus bauen. Ein Preisgericht hat das Unternehmen unter fünf Bewerbern für den Auftrag ausgesucht, sagte Kläschen. Der Vorschlag der Rendsburger „hat uns überzeugt“.

So stellt sich Martin Jubelt, Diplom-Ingenieur und Geschäftsführer von BCS, die Unterkunft vor: Drei zweigeschossige Häuser sollen hufeisenförmig auf dem Grundstück angeordnet sein. Sie umschließen einen Hof, der Treffpunkt für die Flüchtlinge ist. Aus 40 Modulen sollen die Gebäude im Baukastensystem entstehen. Jedes Modul hat auf 22 Quadratmetern Platz für zwei Flüchtlinge. Für Familien können Wände zwischen Modulen geöffnet werden. Ein Gemeinschaftsraum ist vorgesehen und ein Büro für einen Hausmeister. Zusammen mit dem Borgstedter Container-Bauer Sani hat Jubelt Camps für Flüchtlinge in Eggebek, Kiel und Rendsburg geplant und gebaut.

Eckard Rix aus Osterrönfeld war spontan überzeugt von den Plan: „Es geht darum, dass wir etwas schaffen für Flüchtlinge.“ Emotionen brachte ein Helfer aus dem Rendsburger Flüchtlingscamp in den Saal: Es gebe Flüchtlinge, die weinend vor dem zugewiesenen Wohncontainer stehen, weil sie nicht glauben können, dass sie jetzt eine Privatsphäre haben. Es gab auch heftige Kritik. Von einer „Asyldiktatur in Europa“, gegen die man sich wehren müsse, sprach ein Bürger. Er wolle die Unterkunft verhindern und klagen, kündigte ein anderer an. Er selbst habe dort nicht bauen dürfen.

Das Amt habe einen positiven Vorbescheid des Kreisbauamts, sagte Peter Klarmann, Beamter im Amt Eiderkanal. „Diese Gebäude können so umgesetzt werden.“ Mitte bis Ende nächsten Jahres soll die Unterkunft bezugsfertig sein, kündigte Amtsvorsteher Raimer Kläschen an.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Ein Artikel von
Hans-Jürgen Jensen
Holsteiner Zeitung

Sagen Sie es uns!

Vorschläge oder Kritik?
Schreiben Sie
der Redaktion!

Testen Sie die KN

Digitales Abo, ePaper,
klassische Tageszeitung
online buchen & testen!

Anzeige
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3