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Amt: Ergebnisse bewahren

Bordesholm Amt: Ergebnisse bewahren

Die Ergebnisse von Recherchen und Interviews mit Zeitzeugen in der Region sollen auch nach Projektabschluss des Zwangsarbeiter-Arbeitskreises langfristig wirken. Deshalb beschloss der Amtsausschuss, mit dem Amt Bordesholm im Verein „Gegen Vergessen – für Demokratie“ Mitglied zu werden. Die bundesweit aktive Vereinigung ermöglicht es, die Arbeitsergebnisse der ehrenamtlichen Forscher einem breiten Publikum vorzustellen.

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Zwangsarbeiter aus dem sogenannten Serbenlager in Wattenbek wurden auf den Kriegswerften in Kiel eingesetzt.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Die Spurensuche nach weiteren Details rund um die Geschichte der Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkriegs in bis zu zwölf Lagern in und um Bordesholm lebten, wird nach Schätzungen Ronald Büssows in den nächsten zwei Jahren enden. „Die Arbeitsgruppe wird es dann vielleicht nicht mehr geben, das Amt Bordesholm ist als Mitglied die bessere Plattform“, erklärte der vom Amt beauftragte Arbeitskreis-Moderator auf der Amtsausschusssitzung. Die Vereinigung „Gegen Vergessen – für Demokratie“ ist nach eigenen Angaben 1993 vor dem Hintergrund fremdenfeindlicher Ausschreitungen entstanden. Mit Veranstaltungen und Projekten wollen 33 Arbeitsgruppen mit zusammen 2000 Mitgliedern die Erinnerung an die nationalsozialistischen Verbrechen und das Unrecht der SED-Diktatur wachhalten und zugleich zivilgesellschaftliches Engagement fördern.

 Der Verein kann die Aufarbeitung der Zwangsarbeiterhistorie in Bordesholm mit Informationen fördern und das Projekt in eigenen Publikationen vorstellen. Zudem könnten über eine Mitgliedschaft, die 80 Euro im Jahr kostet, auch Projektmittel eingeworben werden. Als Erfolgsrezept bewertete Büssow den Arbeitskreis, dessen Arbeit bereits jetzt landesweit Beachtung findet. Zehn Sitzungen und zahlreiche Begegnungen mit Zeitzeugen sowie Nachforschungen in Archiven und bei Institutionen haben die bis zu 25 Gruppenmitglieder bereits hinter sich. „Unsere Arbeit kommt gerade im Gespräch mit den älteren und alten Zeitzeugen gut an – auch weil wir keine Vorwürfe erheben.“

 Die Gruppe hat viele Details zu den Zwangsarbeiterlagern ermittelt und geht von 500 bis 1000 Menschen aus, die dort untergebracht waren. Die Lagerbewohner arbeiteten in Kieler Rüstungsbetrieben wie der Deutschen Werft, wurden aber auch in Firmen der näheren Region eingesetzt. Ein Zwischenergebnis soll, wie berichtet, als Ausstellung im Rathaus im Dezember präsentiert werden. Geplant ist außerdem eine Broschüre und die Zusammenarbeit mit der Hans-Brüggemann-Schule.

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