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Klaviatur der Schnaps-Kräuter

Eckernförde Klaviatur der Schnaps-Kräuter

Bonbonkocherei, Konditorei, Kaffeerösterei – die Kette der kleinen Hersteller feiner Genussmittel in Eckernförde hat jetzt mit der Clara Hof Destillerie eine weitere Perle hinzugewonnen. Brennermeister Andreas Michelsen kreiert hier zusammen mit seiner Frau Tanja Geiste und Liköre auf hohem Geschmacksniveau. Ein Hof-Besuch.

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Brennermeister Andreas Michelsen kreiert in der handgeschmiedeten, kupfernen Schau-Destillationsanlage feine Geschmacksnoten für seine Geiste. Dabei kommt es vor allem auf die Abwägung der Aromen an.

Quelle: Christoph Rohde

Eckernförde. Andreas Michelsen empfängt gerade eine neue Glasflaschen-Lieferung. „Wir haben gut verkauft“, sagt er mit einem zufriedenen Lächeln. Schon kurz nach der Eröffnung, hat die kleine Destillerie in den Clara-Höfen der Frau-Clara-Straße erste Freunde gewonnen. Dem stilvoll von seiner Frau eingerichteten Ladenbereich schließt sich die kupfern schimmernde Schau-Destillationsanlage als Blickfang an. Hier ist das Reich des Brennermeisters. Hier beginnen seine Augen zu glänzen, wenn er von Geschmackskompositionen, erlesenen Zutaten und neuen Kreationen erzählt.

Michelsen hatte schon früh mit Lebensmitteln zu tun. In Hamburg lernte er Brauer und Mälzer, studierte anschließend Ernährungswissenschaft. Anfang der 90er Jahre machte er seinen Brennermeister in Berlin und zog dann mit der Familie in die Region Eckernförde, beriet beruflich große Brennereien. Jetzt, da die Kinder aus dem Haus sind, war für Michelsen die Zeit gekommen, ein eigenes Projekt anzugehen. Exakt an seinem Geburtstag vor einem Jahr ergab sich für den heute 53-Jährigen die Gelegenheit für einen Standort in den damals noch unfertigen Clara-Höfen. Ein Lebenstraum konnte wahr werden.

Die Basis, das Weizen-Feindestillat, stellt Michelsen gemeinsam mit einem Brennerei-Kollegen in einer eigens entwickelten Anlage in Aalen/Westfalen her. Die Kür, die Kreation der verschiedenen Geschmacksrichtungen, erfolgt in Eckernförde. „Für die Aromen nutze ich die Vielfalt der Natur“, sagt der Brennermeister. Allein in den Gin finden 16 Biokräuter Eingang. Frisch, getrocknet oder gequetscht – je nachdem, wie sich ihre Aromen am besten entlocken lassen. Einige Kräuter werden vorher als Mazerat in Alkohol eingelegt, um Geschmacksstoffe zu lösen. „Dann erst destillieren wir“, sagt Michelsen. „Das volle Aroma, das wollen wir.“

Der 53-Jährige lässt sich Zeit, um auf der Kräuter-Klaviatur zu spielen. Eineinhalb Jahre hat er zuvor Produktentwicklung betrieben. Vier Geiste und sieben Liköre zählt die aktuelle Angebotspalette. Doch schon gibt es neue Ideen: Aus Porst (Gagelstrauch), an schwedischen Seeufern gepflückt, möchte er einen Bitter herstellen. „Der wird in Skandinavien gern zum Krebsessen genossen.“ Handarbeit ist in der Clara Hof Destillerie ebenfalls in der Post-Produktion gefragt: „Wir füllen jede Flasche selbst ab, etikettieren, verkapseln und signieren sie“, sagt Michelsen.

Auf Führungen erläutert der Brennermeister die Techniken und Zutaten, lässt an Kräutergewürzen schnuppern und in alte Holzfässer riechen, in denen sich noch Reste von Tequila, Whisky und Cognac befinden. „Da verbindet sich Holz mit Spirituosen.“ Natürlich ist auch eine kurze Verkostung der Destillerie-Produkte möglich. Demnächst sind außerdem Tasting-Abende im kleinen Rahmen geplant.

Clara Hof Destillerie, Frau-Clara-Straße 26a, Öffnungszeiten Mo-Sa 10-18 Uhr, So 12-16 Uhr. Führungen täglich 14 Uhr (7,50 Euro, max. acht Personen), Tel. 04351/8808856.

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Christoph Rohde
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