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Anlieger fürchten mehr Verkehr

Baugebiet Brügger Redder Anlieger fürchten mehr Verkehr

Die Tage des Clubheims der Brügger Eiderschützen sind gezählt. Die Gemeinde will es abreißen und dort ein oder zwei Häuser bauen lassen. Das kündigte Bürgermeister Werner Kärgel (CDU) bei der Einwohnerversammlung an. Die Bebauung im Neubaugebiet im sogenannten Brügger Dreieck soll im Frühjahr 2017 starten.

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Defizitärer Haushalt ist beschlossen

Am Ende der Wohnstraße Brügger Redder, auf dem Maisacker, sollen spätestens im Frühjahr 2017 neue Häuser gebaut werden.

Quelle: Frank Scheer

Brügge. Bis zum Jahr 2025 darf die Gemeinde Brügge nach den Vorgaben des Landes um 35 Wohneinheiten wachsen. Die ersten davon sind in gut einem Jahr auf der Koppel am Wendehammer des Brügger Redders vorgesehen. Geplant sind dort acht bis zwölf Häuser und ein Mietshaus, das quasi auch als Lärmschutz zur Landesstraße 49 dienen soll. Anlieger, die dort bereits seit 16 Jahren wohnen, befürchten, dass die kleine Wohnstraße zu eng für den zusätzlichen Verkehr sein könnte. Kärgel sieht das Problem nicht.

 Pläne konnte er den 30 Einwohnern bei der Versammlung in Stoltenbergs Gasthof aber noch nicht präsentieren. Er geht davon aus, dass die Entwürfe der Firma Hübner Immobilien Bordesholm spätestens im März im Bau- und Wegeausschuss öffentlich beraten werden. Mit der Firma habe man in der Vergangenheit gute Erfahrungen gemacht, das Unternehmen sei auch im Tüderkamp tätig gewesen. „Außerdem sind die Pläne noch nicht fertig, kommen Sie zur Bauausschusssitzung“, betonte Detlef Köpke (SPD) in Richtung der Anlieger.

 „Die L49 ist aber sehr lärmintensiv. Der Schutzzaun ist eher ein Witz“, kritisierte eine Anliegerin. Der Bürgermeister betonte, dass auch in Brügge die Nachfrage nach Wohnungen groß sei. Das große Gebäude würde auch als Lärmschutz dienen. Zur Anzahl der Wohnungen konnte Kärgel auch noch nichts sagen. „Das Projekt ist als Beitrag in der Gemeinde für den sozialen Wohnungsbau zu sehen. Von dem Gebiet ist der Bahnhof in Bordesholm in zehn Minuten zu erreichen“, so Kärgel. Weitere Baugebiete werden am Schmalsteder Weg entstehen. In der Dorfmitte stocken die Verhandlungen derzeit wegen der Preisvorstellungen.

 Wann das Eiderschützenheim am Ende des Schützenwegs nun dem Erdboden gleich gemacht wird, steht noch nicht fest. Bis Ende Juni wollen die Schützen das Gebäude und den Schießstand leer räumen. Das Grundstück gehört der Gemeinde. Im Anschluss soll geplant werden. In Häusern und Wohnungen in der Gemeinde leben derzeit 19 Flüchtlinge, berichtete der Gemeindechef weiter. Die aktuelle Flüchtlingszahl im Amt beträgt 228.

 Das Leben in Brügge deutlich könnte teurer werden: Angesichts eines großen strukturell bedingten Haushaltsdefizits denkt die Gemeinde über Erhöhungen der Grundsteuern, eine Niederschlagsabgabe oder Straßenausbaubeitragssatzung nach, die Grundeigentümer und Mieter belasten wird. „Das wird im Dorf für Zündstoff sorgen, aber ich will ehrlich sein. Vielleicht müssen wir auch gewachsene Dinge einstellen“, betonte Bürgermeister Werner Kärgel.

 Die Schulden der Gemeinde betrugen zum 1. Januar 805000 Euro. Die Rücklage dezimierte sich wegen des Defizits im vergangenen Jahr auf 377000 Euro. „Wir haben ein Einnahmeproblem. Bereits jetzt müssen wir für Kindergärten und Schulen pro Jahr 502000 Euro bezahlen. Das sind sechs Prozent mehr als wir Einnahmen im Gesamtetat haben. Und Feuerwehr und andere Dinge müssen ja auch finanziert werden“, rechnete der Bürgermeister vor.

 Was genau an „Grausamkeiten, die wir eigentlich gar nicht wollen“, wie sich Kärgel ausdrückte, auf den Bürger zukommen wird, das will die Gemeinde im laufenden Jahr entscheiden. Eine Arbeitsgruppe wird sich mit dem Thema Konsolidierung des Haushaltes befassen und Vorschläge für den Finanzausschuss machen. Detelf Köpke (SPD) betonte, dass vor neuen Abgaben und Steuererhöhungen der Haushalt nach Einsparmöglichkeiten durchforstet wird. Ob allerdings mit den freiwilligen Leistungen der Kommune, die pro Jahr ein Volumen von 20000 Euro haben, ein Etat grundlegend saniert werden kann, ist mehr als fraglich

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Ein Artikel von
Frank Scheer
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