7 ° / 1 ° Regenschauer

Navigation:
Anwohner gegen Parkdeck

Am Burgwall formiert sich der Widerstand Anwohner gegen Parkdeck

Sie sind verärgert und verunsichert. Doch sie sind auch bereit, für ihr Anliegen zu kämpfen. Die Anwohner des Burgwalls in Eckernförde laufen Sturm gegen die Pläne der Stadt, das Parkdeck an der Noorstraße auf die gegenüberliegende Straßenseite zu verlagern, um so Platz für eine Bebauung des Quartiers Nooröffnung zu schaffen.

Voriger Artikel
Vom Lauscheinsatz im Mittelmeer zurück
Nächster Artikel
Brückenschlag über die Hohe Straße

Klönschnack vom Wohnzimmer auf die Straße - am Burgwall nicht ungewöhnlich. Monika Lorenzen und ihre Tochter Janne (im Haus) bemängeln ebenso wie Kristina Geslin, Birgit Schäkel, Ingrid Milanowski und Angelika Geslin (außen von links) die Informationspoli

Quelle: tze

Eckernförde. Eckernförde. Sie sind verärgert und verunsichert. Doch sie sind auch bereit, für ihr Anliegen zu kämpfen. Die Anwohner des Burgwalls in Eckernförde laufen Sturm gegen die Pläne der Stadt, das Parkdeck an der Noorstraße auf die gegenüberliegende Straßenseite zu verlagern, um so Platz für eine Bebauung des Quartiers Nooröffnung zu schaffen.

Monika Lorenzen kennt die schmale Gasse in Hafennähe wie kaum eine andere. Im Elternhaus am Burgwall 8 wurde sie vor 42 Jahren geboren. Ihr Bruder lebt immer noch dort. Sie wohnt jetzt eine Tür weiter, am Burgwall 10. Von hier wegzuziehen – das kam ihr nie in den Sinn. Warum auch. Hier sei es schön, man sei schnell in der Stadt, und mit den Nachbarn pflege man ein tolles Miteinander. Angelika Geslin und ihre Tochter Kristina wohnen seit 32 Jahren im Haus Nr. 5, das sich im Besitz der Stadtwerke befindet. Sie sind am nächsten dran am Geschehen, sprich: am bestehenden Parkdeck. „Der Lärm raubt uns die Nachtruhe“, sagt Kristina Geslin. Nahezu jeden Abend würden sich dort junge Leute treffen und auf den Decks mit ihren Autos rumfahren. Splitternde Flaschen, quietschende Reifen und lautstarke Musik erschweren einen ruhigen Schlaf. Hinzu kämen zahlreiche Fahrzeugaufbrüche. „Und jetzt soll das Parkdeck noch näher an den Burgwall heranrücken. Das ist unzumutbar“, sagt Monika Lorenzen. Sie und ihre Nachbarn stört neben der akustischen Belastung auch der unschöne Anblick eines zur Noorstraße hin sieben Meter hohen Parkhauses, das bis auf wenige Meter an die vorhandene Burgwall-Bebauung heranrücken würde.

Ingrid Milanowski, Miteigentümerin des 1899 gebauten Hauses Nr. 12, hat für die Pläne der Stadt, das Parkdeck zu verlegen und an der Nooröffnung neuen Wohnraum zu schaffen, kein Verständnis. „Viele Bauvorhaben in der Stadt erwecken den Eindruck, dass Investoren die Zauberer sind, weil sie kurzfristig für eine vollere Stadtkasse sorgen. Langfristig wird Eckernförde zu einer langweiligen ,Bauklötzchen-Stadt’, die an Attraktivität und Individualität verliert“, beklagt sie.

Einig sind sich die Anwohner in der Kritik, dass sie nicht über die Pläne informiert wurden. Man habe davon erst aus der Zeitung erfahren. Dietmar Steffens, Geschäftsführer der Stadtwerke, die im Besitz des Geländes sind, auf denen die Häuser Nr. 5 und 7 stehen und auf dem möglicherweise das Parkhaus und vielleicht auch noch ein Parkplatz geschaffen werden sollen, kann diese Kritik nicht verstehen. „Bislang sind das doch alles nur Pläne“, sagt er. Und davon habe es in der Vergangenheit schon verschiedene für dieses Gelände gegeben. Hätte er jedes Mal sofort die Anwohner informiert, wäre die Verunsicherung doch viel größer gewesen. Er erwartet eine Entscheidung durch den Aufsichtsrat für den 20. März. Dann wolle man auch die Mieter der Häuser, die sich im Besitz des örtlichen Energieversorgers befinden, über den Beschluss und das weitere Prozedere informieren. Das Parkdeck solle, wenn es denn dort gebaut werde, nach Steffens’ Worten eine Zugangskontrolle erhalten und gebührenpflichtig sein.

Aus dem Rathaus war zu erfahren, dass für Mittwoch, 14. März, 19 Uhr, ein Anhörungstermin im Rathaus anberaumt wurde. Betroffene Bürger haben dann die Möglichkeit, Fragen zu stellen oder Kritik an den Plänen zu äußern.

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Nachrichten aus Rendsburg 2/3