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Klassik mit Kartoffelsalat

SHMF-Musikfest in Emkendorf Klassik mit Kartoffelsalat

Uta und Uwe Rohlfs haben es sich auf der Rasenfläche vor dem Emkendorfer Herrenhaus gemütlich gemacht, mit Tischchen, einem Korb mit Lebensmitteln, Rotkäppchensekt. SHMF-Musikfest auf dem Lande: Das Gut Emkendorf war am Wochenende Ziel vieler Musikliebhaber, die für ein ausverkauftes Haus sorgen.

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So kann es bleiben: Uta und Uwe Rohlfs aus Eckernförde genießen das Ambiente vor dem Emkendorfer Herrenhaus und lauschen den klassischen Klängen.

Quelle: Kai Pörksen

Emkendorf. „Haus“ ist in diesem Fall die alte Gutsscheune aus dem 18. Jahrhundert, die über ein beeindruckendes Ständerwerk aus Holz verfügt und zudem über eine ausgezeichnete Akustik. Während der Sonnabend ganz im Zeichen von Beethoven und Schumann, Ravel und Mozart steht, sind es am Sonntag die Nachwuchsmusiker am Cello, auf die das Augenmerk gerichtet ist: So wird der Förderpreis der Sparkassenfinanzgruppe ausgelobt, und um den bewerben sich gleich drei hoch begabte Talente: Anna Olivia Amaya Farias (18) mit Werken von Cesar Franck und Bohuslav Matinu, die ebrenfalls 18 Jahre alte Anna Kalvelage mit Stücken von Schostakowitsch und David Popper und schließlich der gerade 16 Jahre alt gewordene Carlo Lay mit Haydn und Respighi.

 Während in der Scheune die drei Musiker das Publikum begeistern, genießen etliche Festivalbesucher die Übertragung aufs Freigelände. „Wir lieben die Atmosphäre hier in Emkendorf“, sagt Uta Rohlfs, die sich auf den berühmten Kartoffelsalat ihres Mannes freut. Jedes Jahr besuchen die Eckernförder das Festival, die Stimmung empfinden sie als unübertroffen.

 Auch die Anwohner des Herrenhauses mischen sich unter die Rasengäste. Herbert Zickfeldt, der einen Seitentrakt des Gutshauses bewohnt, hat Freunde zum Essen eingeladen, und das wird selbstverständlich unter freiem Himmel – unterbrochen von nur kurzen Regenschauern – eingenommen.

 Gebannt verfolgt inzwischen die Jury den Wettbewerb der drei jungen Nachwuchskünstler in der Scheune. „Die Wahl fällt schwer“, sagt der Intendant des Schleswig-Holsteinischen Musikfestivals, Christian Kuhnt. Glücklicherweise sei er nicht allein: An seiner Seite stehen Christian Strehk von der Kulturredaktion der Kieler Nachrichten, Paul Füssinger, Solo-Cellist des Philharmonischen Orchesters Kiel, und Gyde Opitz vom Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein. Die Wahl fällt schließlich auf Carlo Lay, der den mit 5000 Euro dotierten Preis erhält. Lay spielt seit früher Kindheit Cello und seit 2015 im Bundesjugendorchester. Der G8-Schüler studiert gleichzeitig an der Hochschule für Musik in Köln. Wie er das zeitlich hinbekomme? „Das ist schon manchmal schwierig“, gibt er zu, doch das Cello sei für ihn eine gute Abwechslung zum Schulbesuch. Das Publikum lacht ungläubig ob so viel Disziplin und belohnt Lay mit einem großen Applaus.

 In den Pausen stürmen die Besucher die gastronomischen Angebote auf dem Gutshof und lassen sich vom Zauberer Roland Henning in den Bann ziehen. Und wenn der Regen kommt, werden die Sonnenschirme einfach umgenutzt. „Unkompliziert, nicht wahr?“, sagt eine Dame, das sei eben der Zauber der Musikfeste.

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