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Aus für Eckernförder Geburtshilfe

imland Klinik Aus für Eckernförder Geburtshilfe

Die Nachricht kam überraschend: Zum 1. Oktober wird die Geburtshilfe-Abteilung an der imland Klinik in Eckernförde geschlossen. In der Folge wird auch die Station Pädiatrie/Kinderheilkunde aufgelöst. Dies gaben Geschäftsführer Martin Wilde und der Ärztliche Direktor Professor Dr. Oliver Behrens am Donnerstag offiziell bekannt.

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In Eckernförde werden ab 1. Oktober 2012 keine Babys mehr geboren.

Quelle: dpa

Eckernförde. Die ärztliche Versorgung werdender Mütter rund um die Uhr könne langfristig nicht mehr sichergestellt werden, begründete Wilde den nun vollzogenen Schritt. Zur Erklärung: Bei der Geburtshilfe an der Eckernförder Klinik handelt es sich um eine Belegstation ortsansässiger Ärzte. Einen Großteil der Dienste versieht Dr. Ralf Kröger, unterstützt wird er von Dr. Anna Holk und Dr. Eckehard Rabehl und der stationär tätigen Ärztin Inga Naeve. Um diese Bereitschaft an sieben Tagen in der Woche und rund um die Uhr gewährleisten zu können, hätte es nach Wildes Angaben aber mindestens eines fünften Arztes bedurft. „Trotz intensiver Suche haben wir in den zurückliegenden zwei Jahren keinen finden können“, bedauert der Geschäftsführer. Hinzu komme, dass Inga Naeve schwanger und Dr. Rabehl bereits 68 Jahre alt sei. Die nächtlichen Bereitschaftsdienste können deshalb dauerhaft nicht mehr sichergestellt werden. Auch, weil die anderen am Ort tätigen Frauenärzte nicht bereit sind, welche zu übernehmen.

Mit den Geburtenzahlen an der Eckernförder Klinik habe die Entscheidung nichts zu tun, betonte Wilde. 2010 seien hier 634 Kinder zur Welt gekommen, 2011 zwar nur 482, doch habe es hierfür verschiedene Gründe gegeben. In den ersten sechs Monaten dieses Jahres weist die Statistik 294 Geburten auf. Hochgerechnet würde man sich damit bis zum Jahresende der Zahl 600 wieder sehr stark nähern und damit auch „schwarzen Zahlen“ in diesem Bereich. Allerdings: Insgesamt würden die imland Kliniken in Rendsburg und Eckernförde „rote Zahlen“ schreiben. Vor allem, so betont der Geschäftsführer, durch hohe Personalkosten, die insgesamt rund 82 Millionen Euro betragen. Allein für 2011 seien durch tarifliche Anpassungen Mehrkosten in Höhe von 2,963 Millionen Euro angefallen.

Nach der gestrigen Bekanntgabe des Schließungstermins 1. Oktober herrschte vor allem bei den freiberuflich tätigen Hebammen große emotionale Betroffenheit. „Die Hoffnung hat uns getragen, dass es weitergeht“, so Goda Messmer. Mit Tränen in den Augen bat sie um eine Verlängerung bis zum Jahresende, weil man noch einer Reihe von Frauen die Zusage gegeben habe, sie bei der Geburt in der hiesigen Klinik zu begleiten und zu betreuen. Mit dem Termin zum Jahresende könne man noch ein bisschen Luft reinbringen.

Doch die „Notlösung“ kam nicht zustande, weil Dr. Kröger als von den Nachtdiensten besonders betroffener Gynäkologe dazu keine Bereitschaft signalisierte. Werdende Mütter müssen künftig nach Rendsburg, Kiel oder Schleswig ausweichen. Was aus den Hebammen wird, ist offen. Professor Dr. Behrens unterbreitete ihnen das Angebot, sie fest anzustellen oder ihnen auch weiterhin die freiberufliche Tätigkeit an der Rendsburger Klinik zu ermöglichen.

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Ein Artikel von
Uwe Rutzen
Ressortleiter Eckernförder Nachrichten

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