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Ausstellung über Landräte zur NS-Zeit

Rendsburg Ausstellung über Landräte zur NS-Zeit

Der Kreis Rendsburg-Eckernförde plant eine Ausstellung über seine Landräte im Umfeld des Nationalsozialismus. Offen sind noch der Umfang und der Zeitpunkt. Der Kulturausschuss diskutierte jetzt über das Thema. Entscheiden soll später der Hauptausschuss.

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Nach Epochen sortiert hängt die Galerie der Landräte zurzeit im großen Sitzungssaal im Kreishaus an der Rendsburger Kaiserstraße.

Quelle: Hans-Jürgen Jensen

Rendsburg. Die Diskussion über die NS-Vergangenheit von Landräten aus den alten Kreisen Rendsburg, Eckernförde und Bordesholm begann vor drei Jahren und sorgte gleich für Wirbel. Das Bild von Waldemar von Mohl in der Ahnengalerie im großen Sitzungssaal im ersten Stock der Kreisverwaltung in der Kaiserstraße in Rendsburg hatte die Debatte entfacht. Dieser war von 1921 bis 1932 Landrat im Kreis Bordesholm, was unverdächtig schien. Dann war er aber von 1933 bis 1945 Landrat im Kreis Segeberg und laut einem Gutachten des Flensburger Instituts für Zeitgeschichte NSDAP-Mitglied und Mitläufer des Systems, ohne politische Gegner oder Juden verfolgt zu haben.

 In der Folge sortierte die Kreisverwaltung die Ahnengalerie in Raum 169 neu nach Epochen wie Kaiserreich, NS-Zeit oder Nachkriegsgeschichte und ließ die Historie der Landräte „hinsichtlich möglicher Verstrickung während der Zeit des Nationalsozialismus“ von der Universität in Münster aufarbeiten. Das Wirken von 20 Landräten vor, während und nach dem NS-Regime untersuchten die Forscher, sortierten sie in Mitläufer, überzeugte Nazis, durch Teilnahme an Verbrechen belastete Verwaltungschefs und überzeugte Widerständler. Dabei sollte es für den Kreis Rendsburg-Eckernförde aber nicht bleiben.

 Dass es eine Ausstellung geben wird, wurde bei der Sitzung des Kulturausschusses klar. „Wir wollen diesen Weg beschreiten“, sagte Marion Herdan (CDU) aus Molfsee in der Sitzung. Die Informationstafeln soll die Historikerin Julia Liedtke gestalten – voraussichtlich ergänzt durch einen Internetauftritt. Julia Liedtke hat unter anderem beim Landesarchiv eine Ausstellung über die Geschichte der Kieler Christian-Albrechts-Universität zusammengestellt. Dem Kreis Rendsburg-Eckernförde schlug die Historikerin unter anderem eine Wanderausstellung mit zwölf Tafeln inklusive Internetauftritt vor und nannte einen Preis von 11100 Euro. Parteienvertreter im Kulturausschuss signalisierten dafür Zustimmung. So sagte Michael Rohwer (SPD): „Das Konzept ist stimmig.“

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Hans-Jürgen Jensen
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