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Bagger greifen nach der Carlshöhe

Abriss erster Kasernengebäude hat begonnen Bagger greifen nach der Carlshöhe

Es knirscht, wenn sich der Baggergreifer mit kraftvollem Biss in das Mauerwerk hakt. Ziegelsteine poltern herunter, Staub wirbelt auf. Die Vorderfront des Mannschaftsblocks „Goeben“ bricht Stück für Stück zusammen. Gestern haben die Abrissarbeiten auf dem Gelände der ehemaligen Kaserne Carlshöhe begonnen. Die Bagger schaffen Platz für neuen Wohn-, Arbeits- und Lebensraum.

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Eckernförde. Im ersten Abschnitt werden vier Mannschaftsgebäude, das Offiziers- und Unteroffiziersheim sowie die Fahrbereitschaft der Abrissbirne zum Opfer fallen. Auf zwei bis drei Monate schätzt Architekt Alexander Ullrich die Arbeiten. Allein drei Wochen dauert es, bis ein Block in sich zusammenfällt. Denn die alten Militärgebäude werden nicht einfach zusammengefaltet wie ein Kartenhaus.

„Hier läuft eine komplette Materialtrennung“, erläutert Ullrich. Metalle wie Heizkörper und Rohre werden ebenso separiert wie das Holz der Fußböden und Fenster oder Kunststoffe. Gesondert entsorgt werden außerdem belastete Baustoffe wie Dachschindeln und Dämmungen. Zuvor, so Ullrich, seien alle Materialien im Labor auf Schadstoffe untersucht worden.

Den größten Teil der Abbruchmasse machen Ziegel und Beton aus. Sie sollen vor Ort zerkleinert und zwischengelagert werden. Gebrochener Beton lässt sich für Straßenunterbau wiederwenden, Ziegelbrösel für Wege. „Wir hoffen, den größten Teil für unser Projekt wiederverwenden zu können“, so der Architekt. Besonders widerstandsfähig sind die sogenannten Dachsärge der aus den 30er Jahren stammenden Kasernenbauten - diese Beton-Abdeckung sollte seinerzeit vor Brandbomben schützen.

Parallel laufen die Planungen weiter. Insgesamt sechs Architekten und weitere Fachplaner sind damit beschäftigt. Denn wenn voraussichtlich im Herbst ein gültiger Bebauungsplan vorliegt, sollen die ersten Neubauten und Sanierungen beginnen. „Wir sind mit Volldampf dabei“, sagt Investor Wolfram Greifenberg. Im 1. Bauabschnitt sollen insgesamt 80 Eigentumswohnungen entstehen, darunter drei exklusive Noor-Villen. Weiter ein Altenpflegeheim und Betreutes Wohnungen sowie im denkmalgeschützten Eingangsbereich ein Gesundheits- und Bürokomplex.

Optimistisch geschätzt, so Greifenberg, soll der 1. Bauabschnitt im Herbst 2010 fertig sein. Seit einem Jahr sind er und seine Mitarbeiter am Planen. „Jetzt konkretisiert sich alles, wird alles klarer“, ist der Investor zuversichtlich. In Kürze soll auch die Vermarktung der Wohnungen beginnen. In einem zweiten Bauabschnitt (insgesamt sind es vier) sollen auch das 100-Betten-Hotel mit Fitness- und Wellnessbereich, ein Mehrgenerationenhaus sowie Künstlerateliers entstehen. Weitere Infos unter

www.carlshöhe-eckernfoerde.de

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