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Problem mit der Pünktlichkeit

Neue Bahnhaltepunkte Problem mit der Pünktlichkeit

Begeistert begrüßten tausende Bürger vor einem Jahr die Wiederinbetriebnahme von mehreren Bahnhaltepunkten zwischen Kiel und Rendsburg sowie Kiel und Eckernförde. Es könnten aber gern noch ein paar mehr Fahrgäste sein, die das Schienensystem nutzen. Die Bahn verspricht, pünktlicher zu werden.

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Wo bleibt die Regionalbahn? Auch am Haltepunkt Kronshagen könnte die Pünktlichkeit besser sein.

Quelle: Torsten Müller

Kronshagen/Achterwehr. Kronshagen machte den Anfang, dann kamen Anfang des Jahres auf einen Schlag Achterwehr, Bredenbek, Melsdorf, Schülldorf sowie Kiel-Russee hinzu. Außer sonntags hält die Regionalbahn an diesen Stationen jetzt stündlich in beiden Richtungen auf der Strecke Kiel-Eckernförde sowie Kiel-Rendsburg. Pendler können auf das Auto verzichten und entspannt die Fahrt antreten – wenn denn die Bahn auch zur angekündigten Zeit erscheint. Das ist leider nicht immer so.

 „Wir haben noch ein Pünktlichkeitsproblem“, räumt Dennis Fiedel, Leiter Kommunikation bei Nah.sh, dem Verkehrsverbund des Landes und der Kreise, ein. Vertraglich sollen 95 Prozent erreicht werden, aber diesen Wert erreicht die Bahn nicht. Mit etwa 90 Prozent fällt die Bilanz des Regionalverkehrs jedoch noch deutlich besser aus als die des Fernverkehrs.

 Die Verspätungen hängen neben den Baustellen auch mit der Linienführung zusammen: Eckernförde und Rendsburg werden über den Kieler Hauptbahnhof von einem Zug auf einer eingleisigen Strecke angefahren. „Gibt es eine Verspätung, setzt sich die auf der gesamten Strecke fort“, erläutert der Sprecher. In Felde müssen die sich begegnenden Züge aufeinander warten.

 Um einen zeitlichen Puffer zu haben, hat Nah.sh zum Fahrplanwechsel am 13. Dezember reagiert. Zwei reguläre Stationen wurden zu Bedarfshaltestellen herabgestuft: Achterwehr und Kiel-Russee. Landesweit gibt es davon insgesamt 15. Soll der Zug, der die Fahrt verlangsamt, dort halten, müssen Fahrgäste vor der Station den Halteknopf drücken oder am Bahnsteig erkennbar sein. „Sie brauchen nicht an der weißen Wartelinie zu stehen und zu winken“, verspricht Fiedel. Selbst in den transparenten Wartehäuschen seien Bahnkunden in der Regel vom Zugführer zu erkennen. Durch die Änderung sind bis zu eineinhalb Minuten einzusparen. „Das klingt nicht nach viel, hilft aber, auf einer eingleisigen Strecke ist es oft genau das, was fehlt.“

 Verlässlichkeit kann die Bahn gut brauchen, denn die Fahrgastzahlen sind weiterhin noch nicht im gewünschten Bereich von gut 120 Ein- und Aussteigern pro Station und Tag. Laut der Statistik der ersten drei Quartale kann man bei Kronshagen von etwa 85 ausgehen. Schülldorf liegt mit 117 weit oben; Bredenbek erreicht etwa 100, Melsdorf gut 90 und Achterwehr 85. Abgeschlagen ist Kiel-Russee mit nur 62.

 Spitzenreiter bei den Fahrgastzahlen sind die bereits länger bestehenden Haltepunkte: Kiel-Hasse (Citti) erreichte im dritten Quartal sogar 418 und Felde 398 Ein- und Aussteiger. Dennis Fiedel rät zur Geduld: „Zwei Jahre Zeit muss man einem neuen Angebot schon geben.“

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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