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Tränen mit einem Lächeln

Konzert für Demenzkranke Tränen mit einem Lächeln

Sie sangen und tanzten, und auch die ein oder andere Träne floss vor Rührung und Freude. So aufgeweckt erleben die Mitarbeiter der Pflege Lebensnah die Mieter der Wohngemeinschaft für Menschen mit Demenz in Nortorf nicht jeden Tag. Am Dienstag spielte die Gnutzer Band Rhythm & Voice Schlager und Volkslieder.

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Ausgelassener Tanz zur Musik von Rhythm & Voice: Die demenzkranken Bewohner des Hippo-Hauses haben großen Spaß gemeinsam mit den Pflegern und Angehörigen.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. Lieder wie „Ein Schiff wird kommen“ von Melina Mercouri oder „Aber dich gibt’s nur ein Mal für mich“ von den Nilsen Brothers sorgten für die gelöste Stimmung unter den zehn an fortgeschrittener Demenz leidenden Senioren. Sängerin Ariane Templin hatte mit Sänger und Gitarrist Ralf Witte extra für dieses Wohnzimmer-Konzert Schlager aus den 50er und 60er Jahren und Volkslieder, auch auf Plattdeutsch, geprobt. „Wir bitten ausdrücklich darum, dass Sie mitsingen“, forderte Witte zu Beginn die Zuhörer auf.

 Michaela Schwörer, Pflegerin im Hippo-Haus, hatte die Band für den Nachmittag angefragt, die sofort zugesagt hatte. Sie schunkelte zuerst auf dem Sofa mit Gerda Meurer, später tanzten die beiden sogar mit den anderen in der Mitte des geräumigen Wohn- und Aufenthaltsraums. „Wir nehmen dafür heute keine Gage“, so Witte. „Wir machen das zur Freude der Bewohner.“

 Musik rühre den Körper, die Seele und die Sinne, erklärte Gudrun Schuelper, Pflegedienstleitung im Haus. „Bei Demenzkranken geht eigentlich alles über die Gefühle. Daher weiß man, dass Musik die meisten anspricht.“ Kognitive Fähigkeiten würden mit der Demenz weniger werden, dafür werde auf der Gefühlsebene alles intensiver.

 Das war auch während des Konzerts ersichtlich. Die Senioren kannten fast jeden Text. Elke Storm strahlte über das ganze Gesicht und Anni Koskowski schluchzte kurz zu Tränen gerührt, aber mit einem Lächeln. „Die Musik ruft Erinnerungen hervor an Feste, an Kindheit und Jugend“, so Schuelper weiter. „Diese Leute sind mit Gesang und Volksliedern groß geworden.“ Förderlich für den Verlauf einer Demenz sei bewiesenermaßen Musik und Bewegung. Umso erfreuter zeigte sich Schuelper über die Musiker, die die Senioren aktiv in ihr Konzert einbanden.

 Sie habe erfahren, Musik könne Demenzerkrankten helfen, einiges wieder in Erinnerung zu rufen, sagte auch Sängerin Ariane Templin. „Mich persönlich interessiert es sehr zu erfahren, was unsere Musik eigentlich wirklich bewirken kann“, begründete sie ihren Besuch im Hippo-Haus. Außerdem, so bekräftigte Ralf Witte, werde durch Musik und Singen auch Serotonin, das Glückshormon, ausgeschüttet. Und die Demenzerkrankten waren sichtlich glücklich während dieses Musiknachmittags.

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