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Handarbeit in schwindelnder Höhe

Neue Stromtrasse wächst Handarbeit in schwindelnder Höhe

Stück für Stück wächst Mast 28 bei Brammer in die Höhe. Tonnenweise wird Material hochgezogen, und jede Strebe von Hand verschraubt. Der Strommast ist einer von 183, die zwischen Audorf und Norderstedt aufgebaut werden. Die sogenannte Mitteltrasse soll Strom aus erneuerbaren Energien transportieren.

Die einzelnen Teile mit einem Gewicht von bis zu einer Tonne müssen per Hand ausbalanciert und dann verschraubt werden.

Quelle: Sven Janssen

Brammer. „Die Gründung der einzelnen Masten dauert am längsten“, erklärt der stellvertretende Bauprojektleiter Jens Stauga von der Tennet, die für den Bau verantwortlich ist. 15 Meter tief müssten Bohr- oder Rammpfähle in den Boden eingebracht werden, bei schwierigen Böden werden die Pfähle auch bis zu 30 Meter tief gerammt. Sie tragen den Unterbau, der einbetoniert wird. Einige Wochen dauert es, bis der Beton ausgehärtet ist. Erst dann kann mit dem Aufbau begonnen werden.

 Ab dann geht es rasant und in Brammer auf ganz besondere Weise voran. Statt mit einem Kran werden die am Boden vormontierten Stahlteile mit einem sogenannten Stockbaum, im Inneren des Mastes nach oben gezogen. „Das war vor 20 Jahren die Standartmethode, heute sieht man das nur noch selten“, erklärt Nico Wulf, dessen zwölfköpfiges Team auf der Baustelle arbeitet. Wo Platz ist, werde lieber der effektivere Kran genommen. In Brammer trainiert sein Team die alte Bauweise – mittlerweile so gut, dass sie nicht mehr viel langsamer sind als ein Kran.

 Am Stockbaum wird die nächste 800 Kilo schwere Strebe in die Höhe gezogen, unten dran baumelt ein Sack mit den für die Montage benötigten Schrauben. Von unten dirigieren Arbeiter an Tauen das Monstrum, oben in bis zu 73 Metern Höhe ist, gesichert von einem Seil, Handarbeit angesagt, um das schwere Bauteil millimetergenau einzupassen.

Hier finden Sie Fotos von der Stromtrasse bei Brammer.

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 Die Arbeiter sind Kletterprofis, sie müssen einmal im Jahr ihren Höhenrettungsschein erneuern und alle zwei Jahre eine Tauglichkeitsbescheinigung vom Arzt vorweisen. Hektik gibt es auf der Baustelle nicht, in aller Ruhe wird der Stahlträger eingepasst und verschraubt. Keine Mutter darf nach unten fallen, alle sind hochkonzentriert.

 Am Horizont zeichnet sich schon die neue Trasse ab. Gleich daneben steht die alte 220-kV-Leitung, die derzeit den Strom transportiert, aber für die Zukunft zu schwach dimensioniert wäre. Achtmal mehr Strom kann die neue Leitung befördern. Die alte wird restlos abgebaut. „Dafür haben wir sechs Monate Zeit“, sagt Stauga. Sobald Ende 2017 der Strom durch die neue Leitung fließe, fallen die alten Masten.

 Die neue Leitung ist mit insgesamt 70 Kilometern, sieben Kilometer länger als die alte. „Zwischen Hasenmoor und Ellerau machen wir einen Umweg, damit wir die Trasse außerhalb der Orte führen können“, erklärt Stauga die Verlängerung.

 „Schwierigkeiten hat uns der warme Winter bereitet“, sagt Wulf, er hätte sich Frost gewünscht, damit der Boden fester ist. Teilweise hätte man Mastgründungen verschieben müssen, weil die Baustellen unter Wasser standen. Noch seien die Arbeiten aber im Zeitplan, weil man andere Masten vorgezogen habe.

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