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„Blaue Wiese“: Bauausschuss sah rot

Quarnbek „Blaue Wiese“: Bauausschuss sah rot

Erneute Flaute bei der Windkraftplanung in Quarnbek: Eigentlich wollte die Gemeindevertretung an diesem Donnerstag den Bebauungsplan 13 und die Änderung des Flächennutzungsplanes unter Dach und Fach bringen. Doch der Bauausschuss empfahl am Dienstagabend einstimmig, die Tagesordnungspunkte abzusetzen. Über die Lage der Ausgleichsflächen ist ein heftiger Streit mit Bürgermeister Klaus Langer (Grüne) entbrannt.

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An der Kreisstraße 3 in Quarnbek sollen drei Windräder errichtet werden. Auf der Versorgungstrasse parallel zum Knick sollen auch Radler fahren können.

Quelle: Torsten Müller

Quarnbek. Fast zwei Stunden lang referierten die Planungsbüros über bau- und umweltrechtliche Belange bei der Errichtung der drei maximal 150 Meter hohen Windenergieanlagen zwischen der Kreisstraße 3 und der Autobahn 210. Dann fiel das Wort „Blaue Wiese“, und der Ausschuss sah plötzlich rot. Die für den Eingriff in die Landschaft erforderliche Ausgleichsfläche von mehr als 14 Hektar soll ausschließlich in der Gemeinde Westensee angelegt werden. Nach Angaben von Jann Peter Freese, Projektleiter bei Denker & Wulf, sind dafür bereits die notwendigen Ökokontopunkte erworben worden, weil dieser Nachweis im Vorfeld erforderlich war.

 „Wir wollten den Ausgleich gern in unserer Gemeinde haben“, kritisierte Wolfgang Gradert (CDU). Der Ausschussvorsitzende zeigte sich verärgert darüber, dass Bürgermeister Langer offenbar bereits seit acht Wochen von der Entscheidung gewusst, die Fraktionen darüber aber nicht informiert hatte. Freese räumte ein, dass der Informationsfluss nicht geklappt habe, gab aber zu bedenken, dass der Kreis Rendsburg-Eckernförde die in Quarnbek in Aussicht genommenen Ausgleichsflächen nicht für gut befunden habe.

 Harald Steffen (WIR), Vorsitzender des Umweltausschusses, war „stinksauer“. Er konnte nicht nachvollziehen, dass es auf dem 500 Hektar großen Gut Quarnbek keine Ausgleichsflächen geben solle. „Es ist mir peinlich, dass ich auf eine so wichtige Information nicht reagiert habe“, gestand Klaus Langer. Er habe damals nur gedacht, dass ein Ausgleich in Westensee besser sei als in Mecklenburg-Vorpommern. Er hätte gern die Burwiese am Einlauf der Melsdorfer Au in den Achterwehrer Schifffahrtskanal als Ausgleichsfläche gesehen. „Das Asche-auf-mein-Haupt kann ich nicht mehr hören“, hielt ihm Gunda Niemann (WIR) vor. Nach ihrer Ansicht könne die Gemeindevertretung jetzt noch keine Entscheidung treffen. Der Ausschuss will den Ausgleich zumindest zum Teil in Quarnbek realisiert sehen.

 „Dann können wir erst 2016 mit dem Bau beginnen“, warnte der Projektentwickler. Das würde auch finanzielle Folgen für die Investoren habe, da sich im kommenden Jahr die Einspeisevergütung massiv verringere. „Das ist nicht unsere Schuld. Wir sind nicht die Blockierer“, entgegnete Gradert.

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Ein Artikel von
Torsten Müller
Redaktion Holsteiner Zeitung

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