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Sinnvolle Arbeit mit Senioren

Altenholz Sinnvolle Arbeit mit Senioren

Essen ausfahren, Einkäufe erledigen oder einfach Zuhören: Als „Bufdi“ (Bundesfreiwilligendienst-Leistender) hat Pascal Möller beim DRK-Ortsverein viele wichtige Aufgaben, die besonders den älteren Menschen in der Gemeinde zugute kommen.

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Vielseitig im Einsatz: Bufdi Pascal Möller versorgt Ruth Vogt (Foto links) mit ihrem Mittagessen.

Quelle: Lutz Timm

Altenholz. Seit August 2014 ist er im Einsatz und sagt: „Die Arbeit macht viel Spaß, kann aber auch anstrengend sein.“ Ein Nachfolger für den 20-Jährigen ist jedoch bisher nicht in Sicht – auch weil die Freiwilligen nach der Aussetzung der Wehrpflicht und damit auch des Zivildienstes rar sind.

Abitur in Kiel, dann gleich der Schritt ins Studium? Nein, sagt Möller, das sei für ihn nicht infrage gekommen. Da ihm sein Berufswunsch allerdings auch noch nicht klar war, entschied er sich für den Bundesfreiwilligendienst. „Die Arbeit mit den Senioren ist sinnvoll und man lernt, mit verschiedenen Menschen umzugehen“, sagt er jetzt. „Gerade der Kontakt in den Gesprächen lehrt einem Verständnis. Ich kann jetzt viele Dinge besser beurteilen.“

Auch für Brigitte (79) und Kurt Schmidt (81) hat der Kieler regelmäßig ein offenes Ohr und Zeit für einen Klönschnack: Jeden Dienstagvormittag fährt Möller das Ehepaar von ihrer Wohnung in Stift ins Einkaufszentrum nach Klausdorf. „Bis zum Brand der Ladenzeile haben wir noch alleine eingekauft. Doch jetzt geht es nicht mehr“, erzählt Kurt Schmidt. Die speziellen Lebensmittel, die sie wegen einer Lebensmittelunverträglichkeit bräuchten, und auch die schweren Wasserflaschen könnten sie nicht im Linienbus transportieren. Der ehemalige Hochseefischer hat zudem Probleme mit den Gelenken. „Knie, Hüfte – alles will nicht mehr so richtig. Wir wüssten nicht, wie es ohne den Einkaufsdienst gehen sollte“, sagt Schmidt. „Wir sind sehr dankbar für die Hilfe. Und nette Gespräche führen wir auch immer.“

„Wir machen immer unsere Späßchen an der Tür“, berichtet Ruth Vogt lachend. „Auch wenn Pascal es immer eilig hat, das schaffen wir noch.“ Seit einer Operation verweigere ihr Knie den Dienst, selber kochen gehe nicht mehr. Daher nutzt die 87-Jährige seit eineinhalb Jahren Essen auf Rädern – und freut sich über den Kontakt zu den meist jungen Fahrern. „Das sind immer sehr nette Leute, die dringend gebraucht werden, auch in Krankenhäusern und Seniorenheimen.“

Dass nach dem Dienstende von Pascal Möller Ende August wieder ein engagierter Bufdi seinen freiwilligen gesellschaftlichen Beitrag leistet, hofft auch Iris-Uta Räther-Arendt vom Beratungs- und Dienstleistungszentrum des DRK in Altenholz. „Aber wir sind ein wenig in Sorge“, erklärt sie. Weder durch öffentliche Aufrufe noch durch den DRK-Landesverband seien positive Signale gekommen. „Dabei brauchen wir dringen jemanden, besonders für Essen auf Rädern. Doch durch den Wegfall des Zivildienstes mangelt es an Bewerbern“, bedauert Räther-Arendt.

Für Pascal Möller ist seine Arbeit in jedem Fall ein Gewinn: Für ein Pflichtprojekt hat er Zaubern gelernt und seine Künste beim offenen Seniorentreff „Klönschnack“ vorgestellt. Damen und Herren zeigten sich von weggezauberten Tüchern und magischen Karten beeindruckt und verblüfft – und Möller hat neben „wertvollen Erfahrungen für die Zukunft“ auch ganz praktische Tricks dazugewonnen.

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