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Fit für den Frühling

„Mr. Obereider“ hilft Fit für den Frühling

Freunde des Wassersports kennen keine Frühjahrsmüdigkeit. Deshalb hat Gerrit Wendland alle Hände voll zu tun. Der Inhaber des Obereider-Yachtservices muss bis zu 30 Boote wassertauglich machen, bevor die Saison losgeht. „Sobald die ersten Sonnenstrahlen rauskommen, steht mein Hof voll“, sagt „Mr. Obereider“.

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Bertwin Woelk hat seiner „Lotte“ einen frischen Antifouling-Anstrich verpasst. Danach get es in Richtung Süden.

Quelle: Merle Schaack

Rendsburg. So mancher Kunde werde ungemütlich, wenn er nicht gleich am ersten frühlingshaften Wochenende losschippern könne, erzählt der 66-Jährige. Deshalb macht er schon Wochen vorher Termine für Reparaturarbeiten und Abslippen aus. Denn es dauert seine Zeit, bis ein Boot aus dem Winterlager ins Wasser kann. Vor allem der Teil, der die nächsten Monate im Wasser liegt, muss darauf vorbereitet werden. „Die meisten Schiffe werden wenig bewegt“, sagt Wendland. „Dann sammeln sich am Unterwasserschiff Pocken und Muscheln.“ Plagegeister, die bremsen und deshalb entfernt werden müssen. Damit sie sich gar nicht erst festsetzen, werden die Boote mit Antifouling-Farbe bestrichen, deren Giftstoffe gegen die Organismen wirkt. „Zwei Mann brauchen dafür einen halben Tag pro Boot“, berichtet Wendland. Der Aufwand muss im Frühling betrieben werden. „Würde man es im Herbst machen, würde die Farbe über den Winter austrocknen und der Effekt wäre weg.“ Zwei freie Mitarbeiter arbeiten für Wendland, der ein großes Netzwerk hat. „Wir machen hier alles“, sagt der gelernte Elektromechaniker: Gummidichtungen austauschen, Heck umbauen, Motoren reparieren.

 25 Boote passen in die beiden Hallen. Manche werden auch von ihren Besitzern fit gemacht. Bertwin Woelk bemalt seine „Lotte“ mit blauer Antifouling-Farbe. „Man macht es selbst doch immer am besten“, sagt er augenzwinkernd. Drei Tage braucht er für seine 12,5 Meter lange Swan 48, die er mit über 30 Jahren Erfahrung ganz alleine segelt. Sobald sie wieder schwimmt, will sich der 71-Jährige auf den Weg in südlichere Gefilde machen. „Ich segele gerne in der Türkei, Griechenland oder Italien“, erzählt er.

 Auch Wendlands Hafen hat direkt hinter der Eider-Enge eine günstige Lage. „Viele Holländer, Engländer und Belgier fahren einmal den Kanal entlang. Und nach den 66 Kilometern von Brunsbüttel bis hierher machen viele Motoren Probleme“, erzählt er. Sogar die Schacht-Audorf-Fähre habe ihm schon Kundschaft herbeigeschleppt. In der Szene hat er, der sich sein Wissen über Bootsbau selbst angeeignet hat, nach elf Jahren einen guten Ruf. So kam ein Holländer auf Anraten eines Segel-Kollegen extra aus Helsinki in die Eider, um von „Mr. Obereider“ die Hydraulikprobleme beheben zu lassen. Seinen Spitznamen hatte Wendland schon nach wenigen Jahren Yachtservice weg. Dass er so genannt wird, erfuhr er von einem Kunden, der auf der Suche nach einem bestimmten Baum stets an „Mr. Obereider“ verwiesen wurde. „Darauf bin ich stolz, vor allem weil der Name nicht von mir kommt“, sagt er. Mit seinem Kleinod habe er sich einen Traum erfüllt. „Ein Industriebetrieb würde mir keinen Spaß machen“, sagt er. „Da kriegt man ja nie die Finger dreckig.“

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