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Sie ackern und sägen für den Sieg

Berufswettbewerb der Landjugend Sie ackern und sägen für den Sieg

Traktor-Gespanne rückwärts einparken, Holzstämme von Ästen befreien, Ställe begutachten oder ökologische Ausgleichsflächen berechnen: In diesen Tagen messen sich die besten Nachwuchskräfte der land- und forstwirtschaftlichen Berufe in Rendsburg.

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Beim Geschicklichkeitsfahren mit landwirtschaftlichem Großgerät zeigten die angehenden Bauern aus ganz Deutschland, wie gut sie die Technik beherrschen.

Quelle: Wohlfromm

Rendsburg. Aus ganz Deutschland sind sie zum Berufswettbewerb der deutschen Landjugend in den hohen Norden gekommen.

 Über die Acker auf dem Rendsburger Deula-Gelände wehte eine kräftige Brise und ließ Schiedsrichter und Teilnehmer aus Süddeutschland anerkennend nicken. Es wirkte fast so, als hätte Gastgeber Schleswig-Holstein das diesjährige Motto des Wettbewerbs gestern wörtlich genommen: „Grüne Berufe sind voller Leben - Nachwuchs bringt frischen Wind!“ Teilnehmer und Punktrichter zogen ihre Mützen ins Gesicht, klappten die Kragen hoch und unterhielten sich auf Schwäbisch oder Sächsisch.

 „Ich hätte nicht gedacht, dass die Landwirtschaft in Deutschland so vielfältig ist“, sagte Sören Schütt. Der angehende Landwirt aus Krogaspe ist einer von zwei Teilnehmern aus Schleswig-Holstein und hat in den vergangenen Tagen künftige Kollegen aus dem ganzen Bundesgebiet kennengelernt. Bis in die späten Abendstunden haben die jungen Leute zusammen geklönt. „Vor allem, etwas über die anderen Strukturen und Größen der Höfe in Süd- oder Ostdeutschland zu erfahren, ist sehr interessant“, so der 21-Jährige. Gestern waren dann Konzentration und Geschicklichkeit beim Umgang mit großen Maschinen gefragt. Mit einem Traktor musste der Junglandwirt Europaletten stapeln, auf denen Pylonen standen. Unter den strengen Augen der Punktrichter war das keine leichte Aufgabe. Die Theorie am Vortag sei schon gut gelaufen, sagte Sören Schütt, der den Milchviehbetrieb seiner Eltern übernehmen soll. „Ich bin eigentlich ganz zufrieden – auch wenn es nicht für den ersten Platz reichen sollte.“

 Eingeteilt waren die Nachwuchskräfte bei ihren Aufgaben in die Bereiche Land- und Hauswirtschaft sowie Forst- und Tierwirtschaft. Nicht dabei waren diesmal die angehenden Weinbauern. Aus geografischen und Gründen und mangels Weinreben traten sie zeitgleich im Rheinland-Pfälzischen Nierstein gegeneinander an. Der Bundeswettbewerb „trägt dazu bei, sowohl die fachliche als auch die persönliche Kompetenz unter Wettbewerbsbedingungen zu erproben und zu verbessern“, lobte Maria Flachsbart, Staatssekretärin im Bundeslandwirtschaftsministerium zum Start der Veranstaltung am Montag.

 Einem Wettlauf gegen die Zeit stellte sich gestern auch Jacob Böttcher. Der angehende Forstwirt aus Brandenburg lebt seinen „Traumberuf“, wie er versichert. Und da er im Umgang mit der Kettensäge zu den besten Nachwuchstalenten seines Landes gehört, galt es, in Rendsburg innerhalb von nur 40 Sekunden einen präparierten Baumstamm von 30 Ästen zu befreien. An dieser Station sind die Richter besonders streng: „Arbeitssicherheit steht bei uns ganz oben“, sagt Forstwirtschaftsmeister Ralf Eiffler vom Hessischen Landesforst. Für falsche Handgriffe oder Schritte werden sofort Punkte abgezogen. „Eigentlich kann ich es besser“, sagte Lehrling Jacob Böttcher nach dem Parcours mit der Kettensäge selbstkritisch. „Aber unter dem Zeitdruck ist das immer noch etwas anderes.“

 Wer den Wettbewerb in welchen Disziplinen für sich entscheiden konnte, werden die Organisatoren während einer Feierstunde erst am späten heutigen Abend bekannt geben.

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Ein Artikel von
Paul Wagner
Redaktion Lokales Kiel/SH

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