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Das große Warten

Flüchtlinge als Praktikanten in Nortorf? Das große Warten

Integration und Beschäftigung in einer Zeit erzwungenen Wartens: In Nortorf werden die Bemühungen, Asylbewerber bei örtlichen Unternehmen als Praktikanten unterzubringen, immer konkreter.

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Die Werkshalle der Firma Stahl- und Metallbau Rohwer in Nortorf: Produktionsleiter Michael Schmidt sieht Chancen für Asylbewerber durch ein Praktikum. Das größte Problem könnten sprachliche Barrieren sein, meint er.

Quelle: Nora Saric

Nortorf. Die Umsetzung ist jedoch nicht ganz einfach.

 Der Verein für Handel, Handwerk und Industrie (VHHI) und der Freundeskreis der Asylsuchenden im Amt Nortorfer Land (FANL) arbeiten seit Anfang März Hand in Hand. Das Problem: Viele Asylbewerber haben vorerst keine Arbeitserlaubnis. Und auch beim unentgeltlichen Praktikum für maximal vier Wochen würden die bürokratischen Mühlen mahlen, sagt VHHI-Vorsitzender Klaus Pommrehn. „Der bürokratische Weg ist lang“, moniert Dieter Schlüter vom FANL. „Vier bis sechs Wochen – das große Warten für die Asylbewerber.“

 Von vier Firmen wisse er, dass sie gerne einen Flüchtling als Praktikant einstellen wollten. „Insgesamt gibt es sicherlich zehn bis zwölf, wo das passen könnte. Es muss aber rechtlich und versicherungstechnisch sicher sein.“ Das Ziel sei, solche Praktika in Beschäftigungsverhältnisse münden zu lassen.

 Ralf Rohwer, Geschäftsführer der Firma Stahl- und Metallbau Rohwer, bemüht sich schon seit Wochen, einen Asylbewerber als Praktikant einstellen zu können. „Es gibt da auch schon einen, der auch gerne möchte“, so Rohwer. Der Mann habe sogar Metall-Kenntnisse. Aber noch steht der bürokratische Prozess im Weg. „Ich bin nicht in der Lage zu prüfen, ob jemand arbeiten darf. Dafür fehlt mir die Zeit“, sagt Rohwer. „Ich brauche dafür eine Bescheinigung von behördlicher Seite.“ Die größte Schwierigkeit sieht er, ebenso wie sein Produktionsleiter Michel Schmidt, in der Verständigung. Aber bei „seinem Praktikant“ könne anfangs der Sohn – vor allem bei der Sicherheitsunterweisung – dolmetschen.

 Fakt ist, ohne Beschäftigungsgenehmigung, dürfe kein Flüchtling arbeiten, erläutert Peter Krey vom Amt. Es könne jedoch ein bestimmter Antrag gestellt werden. Für vier Asylbewerber wurde ein solcher gerade auf den Weg gebracht. Das vom Betrieb ausgefüllte Formular geht an die Ausländerbehörde des Kreises, danach zur Prüfung weiter an die Bundesagentur für Arbeit. Nach deren Genehmigung kann der Kreis die Arbeitserlaubnis vermerken.

 Der FANL steht den interessierten Betrieben helfend zur Seite. Einer der verschickten Anträge an die Ausländerbehörde ist für Ralf Rohwers Praktikanten.

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Europa wird umdenken müssen. Natürlich sagt sich das leichter, als es in der politischen Praxis möglich ist. Ein zügiges, möglicherweise sogar kollektives Asylverfahren für Menschen aus Staaten, in denen wie in Syrien Krieg herrscht, könnte vielversprechend sein, weil damit auch eine rasche Arbeitserlaubnis und somit weniger soziale Lasten verbunden sind.

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