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Heizöl-Schwund blieb ungeklärt

Betrugsprozess Heizöl-Schwund blieb ungeklärt

Unter Heizölverbrauchern ist es eine verbreitete Angstvorstellung: Tank-Mafiosi könnten bei der Lieferung die Füllmenge falsch bemessen oder bei der Tankreinigung heimlich kostbaren Brennstoff abschöpfen. Ein solcher Verdachtsfall war am Freitag Gegenstand eines Betrugsprozesses vor dem Rendsburger Amtsgericht. Mit offenem Ergebnis.

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Prozess in Rendsburg: Zwei Mitarbeiter einer Tankreinigungsfirma hatten vor einem Jahr einen 97-Jährigen in Westerrönfeld aufgesucht, um angeblich drei Öltanks á 1500 Liter zu säubern.

Quelle: Arne Dedert/ dpa/ Archiv

Rendsburg. Zwei Mitarbeiter einer Tankreinigungsfirma hatten vor einem Jahr einen 97-Jährigen in Westerrönfeld aufgesucht, um angeblich drei Öltanks á 1500 Liter zu säubern. Laut Anklage ließen sie sich den Auftrag unterschreiben, führten jedoch die mit 1000 Euro berechneten Arbeiten nicht aus und zapften stattdessen 1800 Liter aus dem Vorrat des hochbetagten Hausbesitzers ab.

 Die Beweisführung gestaltete sich schwierig. Der alte Herr ist inzwischen verstorben, der Ölschwund beruht auf einer Schätzung seines Sohnes. Dieser hatte den Senioren kurz nach den Wartungsarbeiten besucht und sich über die leeren Tanks gewundert. „Die haben dir das ganze Heizöl abgepumpt“, erklärte der 65-Jährige seinem schwerhörigen aber geistig präsenten Vater.

 Tatsächlich ergab eine Kontrolle durch die langjährige Wartungsfirma, dass nur noch etwas Restflüssigkeit in den Tanks dümpelte – überwiegend Ölschlamm. Zudem waren die mit 580 Euro berechneten Ersatzteile nicht eingebaut worden.

 Der angeklagte Monteur (44) erklärte, die verbliebenen 150 Liter Ölschlamm seien kaum vermeidbare Folge der wenig gründlichen Reinigungsmethode durch bloßes Absaugen des Tankbodens. Ein Heizöldiebstahl sei mit dem kleinen Werkstattwagen technisch ausgeschlossen. Die fehlenden Ersatzteile habe man damals nicht dabeigehabt und zwei Tage später nachliefern wollen. Da aber habe der Auftraggeber ihnen schon jedes weitere Betreten seines Grundstücks untersagt.

 Und so läuft das Geschäft mit der Tankreinigung: Die Firma hält engen Kontakt zu Öllieferanten und Heizungsbauern, denen sie gegen Provision Kontaktdaten potentieller Kunden abkauft. Diese wundern sich dann über aggressive Werbeanrufe, die ihnen eine angeblich unumgängliche Tankreinigung als „Sonderangebot“ aufdrängen.

 Schadensersatz für eine schlampige Ausführung oder gestohlenes Heizöl lasse sich nur über eine Zivilklage einfordern, teilte der Vorsitzende am Freitag den enttäuschten Hinterbliebenen des Geschädigten mit. Den Angeklagten bot er angesichts der dünnen Beweislage die Einstellung des Verfahrens an. Der Monteur muss nun 500 Euro an einen gemeinnützigen Verein zahlen, sein mitangeklagter Fahrer (51) kam ungeschoren davon.

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