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Zwei Frauen machen ein Klosterbräu

Bierbraut Bordesholm Zwei Frauen machen ein Klosterbräu

Ein neues Klosterbräu von dem Label „Die Bierbraut“ gibt es jetzt in Bordesholm und wird am Montag im Museum auf der Klosterinsel präsentiert und verköstigt. Katrin Göldner und Maike Brzakala brauen das Bier mit 5,6 Prozent. Vollmundig kraftvoll, herb und mit weicher Note soll es sein.

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Für den Geschmack des neuzeitlichen Bordesholmer Klosterbräus sorgen der Willamette-Hopfen (links) und das Pilsener Malz.

Quelle: Sven Tietgen

Bordesholm. Nach mehreren Jahrzehnten Pause gibt es wieder Bier aus Bordesholm. „Klosterbräu Bordesholmer Land“ nennen Katrin Göldner und Maike Brzakala den Gerstensaft, den sie unter dem eigenen Label „Die Bierbraut“ hergestellt haben. Das Ergebnis kann jetzt probiert werden: Am Montag, 3. Oktober, um 11 Uhr kredenzt das Duo im Museum auf der Klosterinsel kostenlose Kostproben des bernsteinfarbenen Getränks.

Vollmundig, kraftvoll, herb und mit weicher Note: So umschreiben Katrin Göldner und Maike Brzakala ihr Klosterbräu, das sie in Zusammenarbeit mit dem Kulturverein Bordesholmer Land (KBL) und im Rahmen der Ausstellung „Gaststätten im Wandel“ in kleinen Mengen ausschenken. Ein Jahr lang haben die beiden Bordesholmerinnen in der heimischen Garage mit Hopfen, Malz und Maische experimentiert.

Den Anstoß gaben zwei Bier brauende Studenten an der Kieler Muthesius-Hochschule, in deren Pressestelle Maike Brzakala tätig ist. „Das Bier war so unglaublich lecker, da wollten wir auch das Brauen probieren und fingen gleich mit einem Einkochtopf an“, erinnerte sich die gebürtige Wackenerin.

Tipps und Unterstützung holte sich das Duo aus der Craftbier-Szene. Dort agieren Enthusiasten, die sich der handwerklichen Braukunst ohne Zusatzstoffe verschrieben haben. Im Bordesholmer Klosterbräu stecken drei verschiedene Malzsorten drin. Für den intensiven Geschmack des naturtrüben Bieres sorgen außerdem englischer Fuggles und Est Kent Golding Hopfen sowie Willamette – ein amerikanischer Hopfen mit Johannisbeeraroma und kräuteriger Note. Die Idee, das Bügelflaschen-Bier im selbst ausgedachtem Design im Museum auf der Klosterinsel zu präsentieren, entwickelte sich in Gesprächen mit dem örtlichen Kulturverein.

Ob es zukünftig wieder eine „richtige“ Brauerei wie früher in Bordesholm gibt, bleibt offen. Bis in die 1970er-Jahre wurde in der Brauerei Deinert an der Holstenstraße gegenüber dem Hotel Carstens Bier hergestellt. Die Bierbrauerinnen lassen jetzt 600 Flaschen ihres Klosterbräus in einer kleinen Brauerei in Wacken produzieren. Voraussichtlich ab Mitte November ist der Gerstensaft mit einem geschätzten Alkoholgehalt von 5,6 Prozent in Katrin Göldners Galerie Rund um Kunst an der Holstenstraße 69 erhältlich.

„Den Lateinschülern wurden früher ja täglich ein bis zwei Liter Bier zuerkannt“, merkten die Klosterbräu-Macherinnen an. „Eine tolle Sache“, meint KBL-Vorsitzender Reinhard Koglin zu dem Bordesholmer Bier. „Es ist noch mal eine schöne Werbung für die Gaststättenausstellung, ich bin gespannt auf den Geschmack“, erklärte Koglin und hofft auf gutes Wetter und damit einer Verkostung draußen vor dem Museum.

Museum auf der Klosterinsel:

„Gast-Stätten im Wandel – Bordesholm 1950 bis 2000“: So lautet der Titel der Ausstellung, die im Museum auf der Klosterinsel im Bordesholmer Klosterstift gezeigt wird. Die von der Arbeitsgemeinschaft Heimatsammlung im Kulturverein Bordesholmer Land organisierte Schau beleuchtet die vielfältige gastronomische Vergangenheit des Ortes. Postkarten, Anzeigen, Veranstaltungsplakate sowie historische Aufnahmen erinnern an zahlreiche Kneipen und Gasthäuser – darunter längst nicht mehr existente Schänken wie die Wald-Klause oder das Tanz-Casino Seekrug. Auch ein alter Geldspielautomat, ein Flipper und eine Musikbox lassen Raum für Erinnerungen an die Ausgehkultur vergangener Jahrzehnte.

Die Ausstellung ist noch bis zum November zu sehen. Öffnungszeiten: sonnabends und sonntags jeweils 14 bis 17 Uhr. Der Eintritt ist frei.

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