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Berg an Zuckerrüben wandert in den Kessel

Biogasanlage in Loop Berg an Zuckerrüben wandert in den Kessel

Einen besonderen „Hingucker“ bietet derzeit das Betriebsgelände der Biogasanlage in Loop. Ein Berg von Zuckerrüben ragt vor den Hochleistungsfermentern auf, wird dort zu Biomethan verarbeitet und ins Gasnetz eingespeist. Die Betreiber um Torsten Teegen haben den Riesenhaufen von der Nordzucker AG gekauft

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Über zehn Meter hoch ragt der Zuckerrübenberg vor der Looper Biogasanlage auf.

Quelle: Sven Tietgen

Loop. Die Preise für Zuckerrüben liegen nur wenig über dem Kurs von Mais.

Fast 8500 Tonnen der zuckerhaltigen Feldfrüchte stapeln sich in Loop, die Ernte stammt komplett von Bauern aus der Region. Nach der Premiere im vergangenen Jahr füttern die Anlagenbetreiber ihre Fermenter zum zweiten Mal mit den von Steinen gesäuberten Rüben, die als sehr energiereich gelten. Mais darf in dem Kraftwerk, das vor zwei Jahren in Betrieb ging, nur zu maximal 60 Prozent verwendet werden. Der Rest muss aus anderen nachwachsenden Rohstoffen kommen, neben Gras- sowie Ganzpflanzensilage kauft Torsten Teegen vor allem Rüben ein. „Die Transportwege sind kurz, mit den Zuckerrüben halten die Kollegen außerdem die Fruchtfolgen ein. Sie ist eine wichtige und gern genommene Vorfrucht, die den Boden durchwurzelt und so für eine gute Belüftung sorgt“, erzählt der Landwirt, der auch Bürgermeister des Dorfes ist.

 Mit dem Zuckerrübenanbau und der damit verbundenen Einhaltung der Fruchtfolge sichern sich die Bauern zudem Subventionen. In punkto Verwendung in Biogasanlagen ist die Pflanze stark im Kommen: Fast die Hälfte aller in Schleswig-Holstein angebauten Zuckerrüben wandert mittlerweile in die Biogaskessel, teilte die Nordzucker AG mit. Der zweitgrößte Zuckerproduzent Europas stieg vor drei Jahren in die Vermarktung für Biomasse-Kraftwerke ein. Das Unternehmen hat mit deutlich fallenden Zuckerpreisen zu kämpfen, seit mehreren Jahren übersteigt die weltweite Produktion den Verbrauch. Die Looper zahlen für die Rüben fast den gleichen Preis wie für Mais. Mindestens genauso wichtig ist Torsten Teegen aber die Verkehrsvermeidung: „Tagsüber, wenn der Elbtunnel dicht ist, werden die Rüben vor Ort zu den Biogasanlagen bewegt, nachts bei freien Autobahnen werden die übrigen Rüben nach Uelzen in die Zuckerfabrik gefahren.“

 Voraussichtlich bis in den nächsten Sommer hinein reicht der Zuckerrübenberg in Loop, danach wird wieder auf Mais umgestiegen. Mit Rübe und Kolben deckt die Anlage den Strombedarf von 3000 Haushalten und den Wärmebedarf von 1500 Haushalten. ti

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